Wachsende Bedeutung auslÀndischer ArbeitskrÀfte in Deutschland
27.01.2026 - 14:35:26Das BeschĂ€ftigungswachstum der vergangenen Jahre wurde laut der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA) nur noch durch AuslĂ€nderinnen und AuslĂ€nder getragen, wie aus einer Zusammenstellung anlĂ€sslich der Konferenz "Migration und Arbeit" hervorgeht.
WĂ€hrend es immer weniger BeschĂ€ftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit gebe, wĂŒchsen die Anteile bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit auslĂ€ndischem Pass, heiĂt es in dem BA-Papier. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit sinkt vor allem wegen der alternden Gesellschaft.
"Der arbeitslose SchweiĂer ersetzt nicht die fehlende Pflegerin"
Entsprechend warb Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) bei der Konferenz in Berlin fĂŒr die Zuwanderung auslĂ€ndischer FachkrĂ€fte. Die Wirtschaft benötige "Menschen, die neue Ideen entwickeln, den Bagger fahren oder in der Produktion arbeiten". In vielen Branchen und Regionen seien gute Leute bereits heute Mangelware. "Selbst wenn wir alle inlĂ€ndischen FachkrĂ€ftepotenziale heben, wird das nicht genĂŒgen."
Als Konsequenz macht sich Bas dafĂŒr stark, FachkrĂ€ften aus Nicht-EU-Staaten frĂŒhzeitig den Weg zu ebnen. Deutschland stehe nĂ€mlich im harten internationalen Wettbewerb mit anderen Staaten, die Ă€hnliche demografische Probleme haben. Einen Widerspruch zwischen der Anwerbung auslĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte und der Zahl von knapp drei Millionen Arbeitslosen sieht die Ministerin nicht: "Der arbeitslose SchweiĂer in Kiel ersetzt eben nicht ohne weiteres die Pflegefachkraft in Konstanz."
Anteil der AuslÀnder wÀchst
Laut Bundesagentur hatte im Jahr 2015 knapp jeder zehnte BeschÀftigte eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Aktuell liege der Anteil bei 17 Prozent, also mittlerweile jeder sechste BeschÀftigte. Dabei verschieben sich die Herkunftsregionen, wie die Behörde feststellt.
Ăber viele Jahre hĂ€tten vor allem BeschĂ€ftigte aus der EU zum BeschĂ€ftigungsplus beigetragen. Seit 2024 aber sinken die Zahlen demnach: Ăbten 2023 noch 2,57 Millionen Arbeitnehmende aus der EU eine BeschĂ€ftigung in Deutschland aus, lag die Zahl zuletzt 30.000 darunter. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der BeschĂ€ftigten aus Drittstaaten laut der Bundesagentur von 2,74 Millionen auf 3,29 Millionen an. Die GrĂŒnde fĂŒr die Menschen sind dabei Erwerbsmigration oder Flucht und Vertreibung.
Weniger Deutsche - mehr AuslÀnder
Mittlerweile sind laut BA 1,2 Millionen Menschen aus den acht AsylherkunftslÀndern und mit ukrainischer Staatsangehörigkeit hierzulande beschÀftigt, gut eine Million in sozialversicherungspflichtiger BeschÀftigung.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig BeschÀftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit sinkt seit 2023, vor allem wegen der alternden Gesellschaft. Gingen 2022 laut BA noch 29,5 Millionen Deutsche einer BeschÀftigung nach, sank die Zahl vergangenes Jahr auf 29,0 Millionen.
"Weniger Zuwanderung - weniger Wohlstand"
Die Bundesagentur fordert deshalb "klare Akzente" bei der Arbeitsmarktintegration GeflĂŒchteter und der Erwerbsmigration aus Drittstaaten. So spricht sich etwa Vanessa Ahuja vom BA-Vorstand fĂŒr verbesserte Rahmenbedingungen aus, damit auch qualifizierte FachkrĂ€fte im Land bleiben. "Wer nach Deutschland kommt, will hier arbeiten - aber auch sicher leben und dazugehören", sagte Ahuja der dpa.
Ihr Vorstandskollege Daniel Terzenbach unterstrich: "Zuwanderung ist eine notwendige Voraussetzung fĂŒr die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit und die soziale StabilitĂ€t unseres Landes." Keine Zuwanderung bedeute weniger Wohlstand. "Vor dieser RealitĂ€t kann man nicht weglaufen."
Menschen mit Einwanderungsgeschichte hĂ€ufiger ĂŒberqualifiziert
Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland allerdings viele BeschĂ€ftigte fĂŒr ihren Job ĂŒberqualifiziert - und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders hĂ€ufig davon betroffen: Von den BeschĂ€ftigten, die aus Zuwandererfamilien stammen, gaben 18 Prozent an, einen höheren Bildungsabschluss zu haben als fĂŒr ihre TĂ€tigkeit erforderlich.

