Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: RĂŒckkehr zu HöchststĂ€nden unwahrscheinlich
28.04.2025 - 11:39:26 | dpa.deVon echter Entspannung kann aber nicht die Rede sein. Diese Woche stehen viele wichtige Konjunktur- sowie Unternehmenszahlen an.
28. April 2025. FRANKFURT. Die MÀrkte sind weiter im Bann der Trumpschen Zollpolitik. Zwar haben die Verhandlungen der USA mit wichtigen Handelspartnern wie China an den AktienmÀrkten in den USA und Europa eine krÀftige Erholung ausgelöst, wie Ulrich Kater von der DekaBank feststellt. "Die grundsÀtzliche Agenda der US-Regierung, die Weltwirtschaft mehr zum Vorteil der USA auszurichten, bleibt jedoch weiter bestehen."
Auch Martin Zurek von der Weber Bank ist skeptisch: "Das stĂ€ndige Wechselspiel aus AnkĂŒndigungen, Ausnahmen und RĂŒcknahmen erschĂŒttert das Vertrauen der MĂ€rkte in die wirtschaftspolitische VerlĂ€sslichkeit der Vereinigten Staaten", erklĂ€rt er, auch mit Blick auf den schwachen US-Dollar. "Es geht lĂ€ngst nicht mehr nur um Handelspolitik, sondern um das Vertrauen in die wirtschaftliche FĂŒhrungsfĂ€higkeit der USA."
Zurek geht davon aus, dass - bis mehr Klarheit ĂŒber den weiteren Konjunkturverlauf bestehe - sich die AktienmĂ€rkte unter hohen Schwankungen seitwĂ€rts bewegen werden. Zudem geht er von einer spĂŒrbaren AbschwĂ€chung des Gewinnwachstums vieler Unternehmen aus. "Eine rasche RĂŒckkehr zu den alten HöchststĂ€nden an den AktienmĂ€rkten erscheint daher unwahrscheinlich."
Der DAX steht am Montagmorgen bei 22.342 Punkten nach 22.242 am Freitag zu Handelsschluss. Damit hat sich der Index vom Monatstief bei 18.489 Punkten weit entfernt und liegt fĂŒr dieses Jahr mit ĂŒber 11 Prozent wieder klar im Plus. FĂŒr den Stoxx Europe 600 sind es knapp 2 Prozent. Auch die US-MĂ€rkte haben sich klar erholt, seit Jahresanfang steht der S&P 500 aber noch mit 6 Prozent im Minus, der Nasdaq 100 mit ĂŒber 7 Prozent.
"Stimmungslage eher negativ"
Die Nachrichtenlage zu Zöllen wird die MĂ€rkte nach EinschĂ€tzung von Thorsten Weinelt von der Commerzbank zwar weiter in Atem halten. "Die in dieser Woche anstehenden makroökonomischen Kennzahlen sollten aber wieder vermehrt im Fokus der Anleger stehen", meint er. Insgesamt sei die Stimmungslage weiterhin eher negativ. "Die Berichtssaison lĂ€uft aber besser als befĂŒrchtet", ergĂ€nzt er.
"Sorgenfalten dank Trumpscher Zollkeule"
Robert Halver von der Baader Bank spricht bezĂŒglich der Berichtssaison von bislang gemischten Vorzeichen. Unter dem Strich könnten die groĂen US-Banken die sprunghaft gestiegene Vorsorge fĂŒr KreditausfĂ€lle mit deutlich gestiegenen ErtrĂ€gen aus dem WertpapiergeschĂ€ft ĂŒberkompensieren. "In puncto US-Konjunkturausblick treibt ihnen Trumps Zollkeule jedoch die Sorgenfalten auf die Stirn." Immerhin habe sich der Bewertungsaufschlag der Tech-Unternehmen zum US-Gesamtmarkt mittlerweile auf ein gĂŒnstigeres Niveau zurĂŒckgebildet. Den deutschen Aktienmarkt sieht Halver weiterhin gegenĂŒber den USA im Vorteil, auch in der zweiten Reihe.
Extrem voller Terminkalender
Diese Woche ist der Kalender voll mit Veröffentlichung zu Konjunkturzahlen. Zudem legen 91 Unternehmen aus dem Stoxx Europe 600 ihre Berichte fĂŒr das erste Quartal vor, unter anderem Deutsche Bank, Deutsche Börse, BP, HSBC, Deutsche Post, Mercedes-Benz und Shell. Aus den USA berichten 183 S&P 500-Unternehmen, etwa Exxon Mobil, Amazon, Apple, Microsoft und Meta, wie die Deutsche Bank meldet.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Mittwoch, 30. April
3.30 Uhr. China: Einkaufsmanagerindex April. Die DekaBank rechnet mit einem deutlichen RĂŒckgang des Index fĂŒr das verarbeitende Gewerbe und verweist auf die Anfang April angehobenen US-Zölle.
10.00 Uhr. Deutschland: BIP 1. Quartal. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte im ersten Quartal ĂŒberraschend stark gestiegen sein, meint die DekaBank. Verantwortlich dafĂŒr: vorgezogene KĂ€ufe von US-Kunden, die sich vor den Zollerhöhungen noch zu gĂŒnstigen Konditionen eindecken wollten.
11.00 Uhr. Eurozone: BIP 1. Quartal. FĂŒr den Euroraum geht die Commerzbank von einem spĂŒrbaren Wachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal aus. Spaniens Wirtschaft sei wohl abermals am stĂ€rksten gewachsen, heiĂt es.
14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise April.
14.30 Uhr. USA: BIP 1. Quartal. In den USA hat die Wirtschaft laut Commerzbank wahrscheinlich stagniert. Das sei nach jahrelangen Wachstumsraten von im Durchschnitt fast 3 Prozent eine erhebliche AbschwÀchung.
16.00 Uhr. USA: Preisindex Konsumausgaben MĂ€rz.
Donnerstag, 1. Mai
Tag der Arbeit. Kein Handel auf den MarktplÀtzen der Deutschen Börse.
Japan: Zinsentscheid Bank of Japan. Die Bank of Japan dĂŒrfte die FĂŒĂe stillhalten, meint die Commerzbank.
Freitag, 2. Mai
11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise April. Das spĂ€te Osterfest hat laut DekaBank wohl zur Verschiebung der saisonal ĂŒblichen Preiserhöhungen bei vielen Tourismusdienstleistungen in den April gesorgt. Nach einem RĂŒckgang der Kerninflation im Vormonat erwartet sie daher einen Anstieg auf 2,6 Prozent. FĂŒr die Gesamtinflation prognostiziert sie aber ein kleines Minus auf 2,1 Prozent, unter anderem wegen sinkender Energiepreise.
14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen April. Laut DekaBank ist nur mit einem schwachen BeschĂ€ftigungsaufbau zu rechnen. Das krĂ€ftige Plus im MĂ€rz sei fast ausschlieĂlich auf einen witterungsbedingten Nachholeffekt zurĂŒckzufĂŒhren gewesen.
von Anna-Maria Borse, 28. April 2025, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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