Aktie, Amazon-Warrant

3M Aktie: Amazon-Warrant als Türöffner

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Aktienwarrant verknüpft Amazons mögliche Käufe bei 3M mit Optionen; zugleich plant 3M eine Beteiligung an GSEO.
Isometrische 3D-Grafik der Wertschöpfungskette veranschaulicht Produktionsprozesse von 3M Company, ISIN US88579Y1010, Industriekonzern Illustration mit AI erstellt.

3M vertieft die Zusammenarbeit mit Amazon im Rechenzentrumsgeschäft und gibt dem Kunden dafür Aktienoptionen in die Hand. Im nachbörslichen Handel legte der Kurs zu, nachdem der Konzern die Details am Montagabend veröffentlicht hatte.

Der Deal: Optionen gegen Umsatz

3M hat einer Amazon-Tochter einen Warrant ausgegeben. Er berechtigt zum Kauf von bis zu 3,16 Millionen 3M-Aktien binnen sieben Jahren zu 164,89 Dollar je Anteil. Der Wert liegt bei über 521 Millionen Dollar. Im Gegenzug soll Amazon optische Konnektivitätslösungen und weitere Rechenzentrumsprodukte bei 3M beziehen.

Die Konstruktion koppelt die Optionen an Umsätze. Rund 85 Prozent der Warrant-Aktien werden in dem Maß verfügbar, in dem Amazon bei 3M einkauft. Vollständig ausübbar ist dieser Teil, sobald die Gesamtkäufe sechs Milliarden Dollar erreichen. Die übrigen 15 Prozent hängen an Meilensteinen, die 3M nicht näher beschrieben hat.

Der Ausübungspreis liegt knapp über dem Schlusskurs von 162,01 Dollar. Nachbörslich ging es auf 168 Dollar, später meldeten Marktteilnehmer ein Plus von mehr als fünf Prozent. Der Markt honoriert offenbar die Aussicht auf ein großes, planbares Volumen.

Taiwanesischer Partner für die Fertigung

Parallel dazu kündigte 3M eine Kooperation mit dem taiwanischen Optikspezialisten GSEO an. Beide Unternehmen wollen die Fertigung der sogenannten Expanded-Beam-Optik (EBO) ausbauen. 3M plant, rund 4,7 Prozent an GSEO zu übernehmen, und zwar über eine Privatplatzierung neuer Aktien. Der Abschluss steht unter üblichen Vorbehalten und wird im vierten Quartal 2026 erwartet.

Die Logik dahinter: EBO-Steckverbinder sollen in KI-Rechenzentren Daten effizienter übertragen. Mit GSEO sichert sich 3M Produktionskapazität für Ferrulen und Co-Packaged-Optics-Lösungen. CEO William Brown sprach davon, den Weg zur Skalierung für Hochleistungs-Rechenzentren zu stärken.

Im Juli hatte Microsoft als erster Hyperscaler die EBO-Technologie in KI-Rechenzentren übernommen. Amazon wäre der zweite prominente Name.

Was die Optionen bedeuten

Für 3M ist das Geschäft zweischneidig. Bei einem Kurs über 164,89 Dollar könnte Amazon Aktien unter Marktpreis beziehen, was bestehende Aktionäre verwässert. Dafür fließen im Idealfall Milliardenumsätze in einem Wachstumsfeld, das bislang nicht zum Kerngeschäft des Mischkonzerns zählte.

Ob die sechs Milliarden Dollar tatsächlich erreicht werden, hängt von der Abnahme der kommenden sieben Jahre ab. Der Handel am Dienstag zeigt, wie viel Vertrauen Anleger in diese Rechnung setzen.

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