ABB Aktie: China will Robotik-Verkauf blockieren
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deABB muss beim geplanten Verkauf seiner Robotiksparte an SoftBank mit einem schweren Rückschlag rechnen. Die Financial Times berichtet heute, China wolle die Übernahme für 5,4 Milliarden US-Dollar blockieren. Damit steht der vorgesehene Abschluss der Transaktion infrage. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht verifizieren; ABB und SoftBank beantworteten entsprechende Anfragen nicht.
Chinas Bedenken betreffen Robotikdaten
Nach Angaben der Financial Times sorgt sich Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission NDRC um die Verwendung von Robotikdaten. Diese könnten ins Ausland gelangen und dort zum Training von KI-Modellen dienen, darunter Modellen von OpenAI. Der Bericht stützt sich auf mehrere Informanten.
China ist der größte Markt der ABB-Robotiksparte und steht für rund 30 % ihres Geschäfts. Mehr als 90 % der für chinesische Kunden bestimmten Roboter werden in China hergestellt. Die Bedeutung des Landes reicht damit über seine Rolle als Absatzmarkt hinaus.
SoftBank prüft dem Bericht zufolge, was bei der Genehmigung schiefgelaufen ist und ob ein neuer Antrag möglich wäre. Daraus lässt sich noch keine Lösung ableiten. Für ABB liegt die entscheidende Unsicherheit darin, ob sich die regulatorische Hürde überhaupt überwinden lässt.
Vereinbarter Verkauf mit offenem Ausgang
ABB und SoftBank vereinbarten den Verkauf im Oktober 2025. Die Übernahme umfasst die gesamte Robotiksparte; ihr Abschluss war für Mitte bis Ende 2026 vorgesehen. Die EU genehmigte die Transaktion im März ohne Auflagen.
Ende Oktober standen die Genehmigungen aus China und den USA noch aus. Laut Financial Times hatte SoftBank bis zur Vorwoche mit einer chinesischen Freigabe gerechnet. Die gemeldete Ablehnung würde diesen Erwartungen widersprechen und den vorgesehenen Zeitplan gefährden.
Die wirtschaftliche Größenordnung ist für ABB relevant: Die Robotiksparte erzielte 2024 rund 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das entsprach etwa 7 % des Konzernumsatzes.
Auch die geplante Neuordnung des Geschäfts ist betroffen. ABB hatte im April 2025 zunächst eine separate Börsennotierung der Robotiksparte angekündigt. Der Übernahmevorschlag von SoftBank änderte diesen Plan. Eine Rückkehr zur Börsennotierung ist damit allerdings nicht angekündigt.
UBS sieht operativ zuversichtlichen Ton
Abseits der Verkaufspläne fiel die jüngste Einschätzung zum operativen Geschäft verhaltener positiv aus. UBS-Analyst Andre Kukhnin berichtete gestern nach einem Gespräch mit CEO Morten Wierod von einem zuversichtlichen Ton. Er sah keine Anzeichen für eine Verhaltensänderung bei US-Rechenzentren.
Im Mittelpunkt standen der Produktionshochlauf und eine solide Nachfrage in anderen Regionen. UBS bestätigte die Einstufung „Neutral“ sowie das unveränderte Kursziel von 88 CHF.
Diese operative Einschätzung beantwortet jedoch nicht die Genehmigungsfrage. Für den Robotikverkauf ist entscheidend, ob SoftBank einen erneuten Antrag stellen kann und China seine Haltung ändert. Bis dahin bleibt der geplante Abschluss mit erheblicher Unsicherheit belastet.
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