AbbVie Aktie: Lymphom-Studie überzeugt
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 21:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Epcoritamab hat in der Erstlinientherapie des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms einen Schritt nach vorn gemacht. AbbVie und der dänische Partner Genmab melden positive Topline-Daten aus der Phase-3-Studie EPCORE DLBCL-2. Es ist die erste Phase-3-Studie, in der eine Kombination mit einem bispezifischen Antikörper bei neu diagnostizierten Patienten einen statistisch signifikanten Vorteil beim progressionsfreien Überleben zeigt.
Das Ergebnis im Detail
Epcoritamab wurde zusätzlich zur Standardchemoimmuntherapie R-CHOP verabreicht und mit R-CHOP allein verglichen. Das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod sank um 51 Prozent (Hazard Ratio 0,49; p-Wert unter 0,0001). Das gilt für die Gesamtgruppe mit einem Prognoseindex von 2 bis 5.
Auch in der primären Endpunktpopulation mit Indexwerten von 3 bis 5 ergab sich dieselbe Risikoreduktion. Die Sicherheit der Kombination beschreiben die Unternehmen als insgesamt gut verträglich und im Einklang mit den bekannten Profilen der Einzelsubstanzen.
Es handelte sich um die erste geplante Zwischenanalyse zur Wirksamkeit. Wegen des deutlichen Vorteils empfahl das unabhängige Datenüberwachungskomitee, die Studie zu entblinden. Die Patienten waren im Verhältnis 2:1 randomisiert worden.
Was das für AbbVie bedeutet
Bislang ist Epcoritamab (Markenname Epkinly) bei rezidiviertem oder refraktärem Lymphom zugelassen, in mehr als 65 Ländern. Die Erstlinie wäre ein deutlich größerer Markt. Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom ist die häufigste Form des Non-Hodgkin-Lymphoms und macht rund 25 bis 30 Prozent aller Fälle aus. In den USA erkranken jährlich etwa 25.000 Menschen neu.
AbbVie verantwortet die weitere globale Vermarktung, in den USA und Japan teilen sich beide Partner die kommerziellen Aufgaben. Ein AbbVie-Onkologiemanager sprach von einem möglichen neuen Behandlungsstandard. Genmab-Chef Jan van de Winkel sieht das Potenzial, die Erstlinientherapie neu zu prägen. Das sind Einschätzungen der Beteiligten, keine Zulassungsentscheidungen.
Die Kombination ist bislang nicht zugelassen. Beide Unternehmen wollen nun mit den Zulassungsbehörden weltweit die nächsten Schritte klären. Die detaillierten Daten sollen auf einer künftigen medizinischen Fachtagung präsentiert werden, einen Termin nennen die Partner noch nicht. Erst dann lässt sich beurteilen, wie belastbar der Vorteil über die Topline-Zahlen hinaus ist, etwa bei Verträglichkeit und Gesamtüberleben.
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