AbbVie Aktie: Myelom-Studie liefert Erfolg
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AbbVie kommt an diesem Donnerstag nicht zur Ruhe. Kaum ist die milliardenschwere Übernahme von Apogee Therapeutics unter Dach und Fach, meldet der Konzern schon den nächsten Erfolg — dieses Mal aus der eigenen Forschungspipeline.
Etentamig übertrifft Standardtherapien deutlich
Die Phase-3-Studie CERVINO zu Etentamig hat beide primären Endpunkte erreicht. Das Prüfmedikament, ein BCMA x CD3 bispezifischer T-Zell-Engager, wurde an 393 Patienten mit mehrfach vorbehandeltem, rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom gegen Standardtherapien getestet. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 11,4 Monaten erreichte Etentamig eine objektive Ansprechrate von 74,0 Prozent, verglichen mit 45,7 Prozent unter Standardtherapie.
Beim progressionsfreien Überleben zeigte sich eine Risikoreduktion von 60 Prozent. Die 12-Monats-Gesamtüberlebensrate lag bei 87,9 Prozent für Etentamig gegenüber 72,0 Prozent für die Vergleichsgruppe — die vorab definierte Wirksamkeitsgrenze für das Gesamtüberleben wurde zum Datenschnitt allerdings noch nicht erreicht.
Auch das Sicherheitsprofil fällt günstig aus. Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen traten bei Etentamig deutlich seltener auf als unter Standardtherapie, das Zytokin-Freisetzungssyndrom blieb überwiegend milde ausgeprägt. AbbVie will die Ergebnisse nun mit globalen Aufsichtsbehörden besprechen. Die vollständigen Daten sollen Ende September auf dem Jahrestreffen der International Myeloma Society in Glasgow vorgestellt werden.
Apogee-Deal bereits abgeschlossen
Die Studienergebnisse fallen in eine Woche, in der AbbVie ohnehin schon Schlagzeilen macht: Erst wenige Stunden zuvor hatte der Konzern den Abschluss der Übernahme von Apogee Therapeutics bekanntgegeben. Apogee-Aktionäre erhielten 135,11 Dollar pro Aktie in bar, der Deal bewertete das Unternehmen mit rund 10,9 Milliarden Dollar.
Mit der Übernahme sichert sich AbbVie unter anderem Zumilokibart, einen Antikörper gegen atopische Dermatitis, sowie die Kombinationstherapie APG273 für Asthma. Der Konzern bestätigte im Zuge der Transaktion seine bisherige Gewinnprognose für 2026 sowie für das dritte Quartal.
Zwei Meldungen an einem Tag, ein gemeinsamer Nenner: AbbVie treibt seine Pipeline sowohl durch eigene Forschung als auch durch gezielte Zukäufe voran. Ob sich das auch im Aktienkurs niederschlägt, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, sobald der Markt beide Nachrichten vollständig verarbeitet hat.
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