AbbVie Aktie: Rinvoq erobert Kinderzimmer
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Medikament, das bereits gegen elf verschiedene Autoimmunerkrankungen zugelassen ist, bekommt eine zwölfte Indikation dazu â und diesmal geht es um die jĂŒngsten Patienten ĂŒberhaupt. Die EuropĂ€ische Kommission hat Rinvoq (Upadacitinib) fĂŒr die Behandlung der polyartikulĂ€ren juvenilen idiopathischen Arthritis bei Kindern ab zwei Jahren zugelassen. FĂŒr AbbVie ist das ein weiterer Baustein im ohnehin breiten Immunologie-Portfolio.
Neue orale Lösung fĂŒr die Kleinsten
Betroffen sind Kinder, die auf klassische krankheitsmodifizierende Medikamente nicht ausreichend angesprochen haben oder sie nicht vertragen. Die Zulassung umfasst neben der bekannten Tablette auch eine neue orale Lösung, die sich nach Körpergewicht dosieren lĂ€sst â wichtig fĂŒr eine Altersgruppe, die Tabletten oft noch nicht schlucken kann. Grundlage war die offene Phase-1-Studie SELECT-YOUTH, ergĂ€nzt durch Daten aus der Rheumatoide-Arthritis-Forschung bei Erwachsenen.
Die Zahlen aus der Studie lesen sich solide: Nach 48 Wochen erreichten fast 80 Prozent der behandelten Kinder eine deutliche Verbesserung der KrankheitsaktivitÀt, gut 43 Prozent kamen in Remission.
Neue Sicherheitssignale traten nicht auf, schwere kardiovaskulÀre Ereignisse oder TodesfÀlle wurden im Studienzeitraum nicht beobachtet. Juvenile idiopathische Arthritis gilt als hÀufigste rheumatische Erkrankung im Kindesalter und betrifft in Europa schÀtzungsweise 126.000 Kinder.
Rinvoq als Wachstumsmotor
FĂŒr AbbVie ist die Erweiterung strategisch bedeutsam. Rinvoq zĂ€hlt neben Skyrizi zu den zentralen Nachfolgeprodukten fĂŒr das auslaufende Patent des einstigen Kassenschlagers Humira. Jede zusĂ€tzliche Indikation vergröĂert die adressierbare Patientenpopulation und stĂŒtzt damit langfristig den Umsatz des Immunologie-GeschĂ€fts.
Parallel zur Zulassungsnachricht zeigt sich AbbVie auch abseits des eigenen Portfolios aktiv: Der Konzern beteiligt sich mit bis zu 100 Millionen Dollar an der geplanten Nasdaq-Notierung des RNA-Wirkstoffentwicklers ADARx Pharmaceuticals, was einem Anteil von rund 4,9 Prozent nach dem Börsengang entsprÀche.
Bereits im Mai 2025 hatte AbbVie ADARx im Rahmen einer Forschungskooperation 335 Millionen Dollar gezahlt. Solche FrĂŒhphasen-Investments passen zum Muster, mit dem der Konzern seine Pipeline ĂŒber Partnerschaften statt reiner Eigenentwicklung erweitert.
Die Rinvoq-Zulassung fĂŒr Kinder Ă€ndert an der grundsĂ€tzlichen Ausrichtung nichts, unterstreicht aber die Breite, mit der AbbVie sein Immunologie-GeschĂ€ft gegen den fortschreitenden Patentverlust bei Humira absichert. Mehr als eine Million Patienten weltweit werden bereits mit AbbVie-ImmunologieprĂ€paraten behandelt â mit der neuen Indikation kommt eine besonders vulnerable Gruppe hinzu.
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