Adidas, Aktie

Adidas Aktie: Europa als Lückenfüller

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Nachfrage in Amerika und China sowie ein höherer Bekleidungsumsatz stützen Adidas trotz rückläufiger Europaerlöse.
Adidas, Aktie, Europa, Lückenfüller, Starke, Nachfrage, Amerika, China, Bekleidungsumsatz, Europaerlöse Illustration mit AI erstellt.

Ein Kontinent hinkt hinterher, der Rest läuft: Bei Adidas wachsen alle Regionen zweistellig, nur Europa nicht. Konzernchef Björn Gulden stellte in der Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals eine Trendwende in Aussicht. Die Aktie legte im DAX zeitweise um fast 3,5 Prozent zu.

Europa schwächelt, Orderbuch stimmt

In Europa gingen die Erlöse im dritten Quartal um vier Prozent zurück. Der Grund liegt im starken Großhandelsanteil. Dieser Kanal steht wegen der maueren Konsumstimmung unter Rabattdruck, Adidas lieferte deshalb bewusst weniger Ware aus. Hinzu kamen Verschiebungen durch eine IT-Umstellung. Das Direktgeschäft mit Endkunden wächst auch in Europa kräftig.

Für das Schlussquartal gibt sich Gulden optimistisch. Das Orderbuch sei „ausgesprochen positiv", der Konzern rechnet insgesamt mit Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Nach neun Monaten steht Europa bei einem Plus von nur zwei Prozent.

Rekordumsatz dank Amerika und China

Den Rest erledigten andere Märkte. Die Nachfrage in Nord- und Südamerika sowie China bescherte Adidas Rekordumsätze und Marktanteilsgewinne. In Nordamerika, wo Branchenprimus Nike derzeit schwächelt, wuchs der Umsatz währungsbereinigt um 12 Prozent.

Konzernweit stiegen die Erlöse um gut neun Prozent auf knapp 7,3 Milliarden Euro, währungsbereinigt waren es sieben Prozent. Die Prognose für das laufende Jahr hatte der Konzern bereits mit den vorläufigen Zahlen angehoben.

Der Gewinn legte kräftig zu, auch dank einer Rückerstattung von US-Zöllen. Unter dem Strich verdiente Adidas im fortgeführten Geschäft 711 Millionen Euro, 48 Prozent mehr als im Vorjahr.

Schuhe bremsen, Kleidung zieht

Die Schwachstelle liegt im Produktmix. Das Schuhgeschäft, das den Großteil des Umsatzes stellt, stagnierte währungsbereinigt. Vor allem Lifestyle-Modelle laufen schwierig, nachdem Retro-Schuhe lange das Wachstum getragen hatten. Die Bekleidung dagegen legte um 19 Prozent zu. Gulden erwartet, dass die Schuhsparte „sehr bald wieder zu Wachstum" zurückkehrt.

Analysten honorieren das Momentum. JPMorgan-Analystin Wendy Liu nannte den Europa-Ausblick ermutigend, RBC sieht eine Fortsetzung der globalen Trends durch Direktvertrieb und Bekleidung. Bernstein belässt die Einstufung auf „Outperform" mit einem Kursziel von 245 Euro. Wachstumstreiber seien die Performance-Sparte und der Direktvertrieb, Lifestyle-Schuhe blieben herausfordernd.

Der Härtetest steht damit fest: Im vierten Quartal muss Europa liefern, und die Lifestyle-Schuhe müssen die Wende schaffen, die Gulden verspricht.

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