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Adidas Aktie: Gulden kauft für 500.000 Euro nach

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 05:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Adidas-Chef Gulden investiert privat 500.000 Euro in Aktien, während Analysten uneins über das Kursziel sind. Das Unternehmen zeigt sich mit Rückkäufen und neuen Produkten zuversichtlich.

Adidas-Aktie: Insider-Kauf und Analystenstreit – die Lage im Überblick
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Björn Gulden hat vor gut einer Woche für rund 500.000 Euro eigene Adidas-Aktien gekauft. Für mich ist das der eigentliche Datenpunkt der letzten Tage – nicht die x-te Kurszielsenkung, die längst verarbeitet ist. Ein Vorstandschef, der nach einer Korrektur von rund einem Viertel zum 52-Wochen-Hoch privat nachlegt, sendet ein Signal, das man nicht ignorieren sollte.

Zwei Lager, ein Kurs

Die Analystenlandschaft bleibt gespalten. UBS-Analyst Robert Krankowski senkte vor rund zwei Wochen sein Kursziel auf 173 Euro und beließ die Einstufung bei „Neutral“ – seine Begründung: wachsende Anlegerskepsis gegenüber den Bewertungsmultiplikatoren angesichts unsicherer Konsumnachfrage in Europa.

Goldman Sachs zog im selben Zeitraum nach und kappte sein Kursziel auf 180 Euro, ebenfalls „Neutral“. Beide reagierten auf schwache Sektor-Vorgaben des Konkurrenten On und auf verhaltene Margen-Ausblicke im Sneaker-Segment.

Auf der anderen Seite steht JPMorgan-Analystin Wendy Liu mit einer klaren Gegenposition: „Overweight“, Kursziel 230 Euro. Sie sieht trotz Währungseffekten eines der besten Chancen-Risiko-Verhältnisse der gesamten Branche in der Adidas-Aktie. Zwischen 173 und 230 Euro liegt eine Spanne von mehr als 30 Prozent – ein Ausmaß an Uneinigkeit, das selten ist und zeigt, wie unterschiedlich die operative Substanz des Unternehmens derzeit gelesen wird.

Für mich spricht die fundamentale Basis eher für Liu. Adidas hatte Ende Juli für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzanstieg um 13,29 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro gemeldet – Wachstum, das in dieser Größenordnung nicht zu einer reinen Konsumflaute passt.

Dass das Ergebnis je Aktie mit 2,10 Euro leicht über dem Vorjahreswert von 2,03 Euro lag, ist ein Dämpfer, aber kein Alarmsignal. Seit dieser Meldung vor gut drei Wochen hat die Aktie rund 3,3 Prozent verloren, seit der UBS-Herabstufung vor rund zwei Wochen weitere 4,6 Prozent – die Kursreaktion wirkt in meinen Augen überzogen gegenüber der tatsächlichen Zahlenlage.

Rückkauf und neue Kollektionen als Gegengewicht

Adidas setzte das laufende Aktienrückkaufprogramm in der ersten Augustwoche fort, wie eine Pflichtmitteilung bestätigte. Zusammen mit Guldens privatem Kauf ergibt sich ein Bild, in dem das Unternehmen selbst mehr Vertrauen in die eigene Bewertung zeigt als ein Teil der Analystenschar. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, auch wenn Rückkäufe naturgemäß kein Ersatz für organisches Wachstum sind.

Operativ bleibt Adidas nicht untätig. Gestern stellte das Unternehmen die neue Fußballschuh-Kollektion „Chaos vs Control“ vor, mit den Modellen F50 und Predator sowie neuen Technologien wie NANOSTRIKE+ und STRIKEFRAME.

Parallel dazu kündigte Adidas den globalen Verkaufsstart der Pharrell-Williams-Kollaboration „Tan“ VIRGINIA Adistar Jellyfish für den 22. August über die CONFIRMED-App an.

Solche Produktlancierungen entscheiden selten allein über den Kursverlauf, doch sie zeigen, dass die Marke im Kerngeschäft Fußball wie im Lifestyle-Segment aktiv bleibt – ein Kontrapunkt zur Erzählung einer erlahmenden Innovationskraft.

Charttechnik bestätigt die Nervosität

Mit einem RSI von 35,2 nähert sich die Aktie einer überverkauften Zone, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt lediglich rund 2,5 Prozent nach unten.

Die Volatilität von 46 Prozent auf Jahressicht unterstreicht, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt. Das 52-Wochen-Tief bei 130,20 Euro liegt rund 18 Prozent unter dem aktuellen Niveau – ein gewisser Puffer, aber keine Sicherheit.

Unterm Strich überwiegt für mich die Sichtweise, dass die operative Story – zweistelliges Umsatzwachstum, Insiderkauf, laufender Rückkauf, aktive Produktpipeline – stärker ist als es die jüngsten Kurszielsenkungen suggerieren.

Die nächste echte Standortbestimmung liefern die Q3-Zahlen am 29. Oktober. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für Anleger mit Nerven – die Analystenspanne zwischen 173 und 230 Euro macht deutlich, dass der Markt selbst noch keine Einigung gefunden hat.

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