AeroVironment, Aktie

AeroVironment Aktie: Leonardo DRS als Laser-Partner ausgewählt

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 02:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Leonardo DRS übernimmt Integrationsaufgaben für LOCUST X3; KeyBanc erwartet 2027 nur geringe Ergebnisbeiträge neuer Plattformen.
Abstrakte Darstellung von Luft- und Raumfahrttechnik mit Laserstrahlen in einer professionellen industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

AeroVironment hat gestern Leonardo DRS als Subunternehmer für das Laserwaffenprogramm E-HEL der US-Armee ausgewählt. Der Partner übernimmt zentrale Aufgaben bei Integration, Stromversorgung und Kühlung. Damit konkretisiert sich die industrielle Umsetzung des Programms. Für Anleger bleibt allerdings entscheidend, wann daraus Ergebnisbeiträge entstehen: KeyBanc erwartet von neuen Plattformen kurzfristig nur begrenzte Impulse.

Leonardo DRS übernimmt zentrale Integrationsaufgaben

Leonardo DRS soll Fahrzeug- und Systemintegration sowie das Stromversorgungs- und Wärme-/Umgebungsmanagement für den 30-kW-Laser LOCUST X3 übernehmen. Das System dient der mobilen Drohnenabwehr und ist für unterschiedliche Militärplattformen sowie Palettenkonfigurationen vorgesehen.

Die Zusammenarbeit knüpft an frühere Integrationsarbeiten an. Leonardo DRS brachte bereits Erfahrung in Schießerprobungen und Trainings ein. Bei dem Subauftrag geht es somit um konkrete Aufgaben für die Produktion und den Einsatz des Lasers auf mobilen Plattformen.

Der Wert des Subvertrags wurde nicht veröffentlicht. Auch konkrete Liefertermine für Leonardo DRS sind nicht genannt. Die Meldung präzisiert deshalb vor allem die Arbeitsteilung innerhalb des Programms. Sie liefert keine neue bezifferte Umsatzgröße für AeroVironment.

Den zugrunde liegenden Laserwaffen-Großauftrag erhielt AeroVironment vor rund einem Monat. Das Unternehmen erwartet, in den kommenden Jahren Dutzende LOCUST-X3-Systeme zu liefern. Erste E-HEL-Systeme sollen im kommenden Jahr zur staatlichen Abnahmeprüfung bereitstehen.

Kapazitätsaufbau muss Lieferpläne absichern

Für sein Werk in Albuquerque plant AeroVironment eine Investition von 30 Mio. US-Dollar. Die anfängliche Produktion soll bei 20–30 Systemen jährlich liegen. Anschließend ist ein weiterer Kapazitätsausbau vorgesehen.

Die Auswahl des Integrationspartners passt damit zu den Produktionsvorbereitungen. Stromversorgung, Kühlung und Fahrzeugintegration gehören zum angekündigten Leistungsumfang des Subauftrags. Ob die geplanten Lieferungen erreicht werden, hängt weiterhin von der Umsetzung ab; die Partnerwahl allein bestätigt noch keine ausgelieferten Systeme.

Genau diese operative Seite betont auch KeyBanc. Das Analysehaus sieht Produktionszeitpläne und verfügbare Kapazitäten als wichtige Voraussetzungen für das künftige Wachstum. Kurzfristig richtet sich der Blick außerdem auf die P550-Konversion, Switchblade-Lieferungen und die Umsetzung des SCDE-Auftragsbestands.

KeyBanc bleibt positiv, senkt aber das Ziel

KeyBanc reduzierte gestern das Kursziel von 220 auf 200 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Als Belastungen nannte das Haus sinkende Bewertungsmultiplikatoren im Sektor, Budgetunsicherheit, die Zwischenwahlen und höhere Zinsen.

Damit trennt die Bank zwischen den längerfristigen Chancen und den kurzfristigen Bewertungsrisiken. Der E-HEL-Auftrag und der erste internationale LOCUST-Auftrag stützen aus ihrer Sicht das Potenzial der Drohnenabwehr. Die jüngste Partnerauswahl konkretisiert einen Teil der dafür nötigen industriellen Umsetzung.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet KeyBanc dennoch nur einen begrenzten Ergebnisbeitrag neuer Plattformen. AeroVironment strebt positiven freien Cashflow ab dem Geschäftsjahr 2028 an.

Die zentrale Anlegerfrage ist deshalb nicht allein, ob AeroVironment weitere Partner gewinnt. Entscheidend sind die termingerechte Produktion, staatliche Abnahmeprüfungen und die anschließende wirtschaftliche Umsetzung. Der Subauftrag macht die Produktionsorganisation greifbarer. Die vorsichtige Ergebniseinschätzung von KeyBanc zeigt zugleich, dass zwischen industriellem Fortschritt und spürbaren Gewinnbeiträgen weiterhin Zeit liegen dürfte.

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