Agfa-Gevaert, Aktie

Agfa-Gevaert Aktie: Digitaldruck-Sparte soll mit EFI verschmelzen

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Kurs fällt ohne neue Unternehmensmeldung; die geplante Digitaldruck-Zusammenlegung und der Anteilskauf sind noch nicht vollzogen.

Agfa-Gevaert-Aktie verliert 7,2 Prozent trotz Strukturplänen
Moderne industrielle Digitaldruckmaschinen in einer hellen Fabrikumgebung als Symbol für technologische Transformation. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von Agfa-Gevaert gerät am heutigen Dienstag unter Verkaufsdruck und verzeichnet ein Minus von 7,2 Prozent auf 0,4320 Euro. Für die ausgeprägte Tagesbewegung liegt keine neue unternehmensspezifische Mitteilung vor. Zuletzt bestimmten tiefgreifende Beschlüsse zur Konzernstruktur das Geschehen rund um das belgische Unternehmen.

Weichenstellung für das Digitaldruckgeschäft

Am 28. September kündigte Agfa-Gevaert eine verbindliche Vereinbarung an, den Geschäftsbereich Digital Printing Solutions mit Electronics for Imaging zusammenzulegen.

An dem neu formierten Unternehmen für industriellen Inkjetdruck soll die Beteiligungsgesellschaft Siris Capital Group einen Mehrheitsanteil von 60 Prozent halten, während Agfa-Gevaert 40 Prozent übernimmt. Für die gemeinsame Gesellschaft stellen die Partner für das Jahr 2026 einen Pro-forma-Umsatz von rund 540 Millionen Euro in Aussicht.

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Mitarbeiterkonsultationen sowie behördlicher Genehmigungen. Seit dem 28. September führt unter anderem das Bundeskartellamt ein entsprechendes Fusionskontrollverfahren zu dem Vorhaben.

Verschiebungen im Aktionariat und Finanzierung

Eng verknüpft mit diesem Schritt ist eine Veränderung in der Aktionärsstruktur. Siris Capital Group vereinbarte am 28. September den Erwerb des 19,1-Prozent-Anteils, den zuvor Active Ownership an Agfa-Gevaert hielt.

Die finanziellen Details dieser Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht. Der Abschluss dieses Anteilskaufs ist an den erfolgreichen Vollzug der Zusammenlegung der Digitaldruckaktivitäten mit Electronics for Imaging sowie behördliche Freigaben gekoppelt.

Flankierend regelte Agfa-Gevaert seine Kreditlinien neu. Das Unternehmen verlängerte seine revolvierende Kreditfazilität über 180 Millionen Euro vom 1. August 2028 auf den 1. August 2030. Die Kreditlinie wird fortan durch eine Verpfändung von Aktien der Tochtergesellschaft Agfa HealthCare besichert.

Zurückhaltende Stimmen am Markt

Am Markt trafen die weitreichenden Ankündigungen nicht nur auf Zustimmung. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux bestätigte am 28. September seine Einstufung für die Aktie mit „Reduce“. Medienberichten zufolge argumentierten die Analysten, dass die getroffenen Vereinbarungen vor allem die Position von Siris stärken, für außenstehende Aktionäre jedoch weniger vorteilhaft seien.

Nach den Ankündigungen hatte das Papier zeitweise deutlich zugelegt. Mit den heutigen Kursabgaben setzt sich die volatile Entwicklung der vergangenen Wochen fort. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Titel einen Rückgang von 52 Prozent.

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