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Air China Aktie: Rekordtief in Hongkong

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 06:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Air China verzeichnet trotz höherer Erlöse einen grĂ¶ĂŸeren Halbjahresverlust. Teurer Treibstoff und ein schwacher Sommer belasten die chinesische Luftfahrt.

Air China Aktie fÀllt nach höherem Halbjahresverlust auf Tief
Silhouette eines FlugzeugflĂŒgels vor einem bewölkten DĂ€mmerungshimmel als Symbol fĂŒr die Luftfahrtbranche Illustration mit AI erstellt.

Air China ist am Montag auf ein 22-Jahres-Tief gefallen. Die Aktie verlor in Hongkong knapp 4,9 Prozent auf 3,78 Hongkong-Dollar, nachdem der Staatskonzern einen deutlich höheren Halbjahresverlust gemeldet hatte. Die Zahlen zeigen ein Muster, das derzeit die gesamte chinesische Luftfahrtbranche prÀgt: mehr Umsatz, aber noch mehr Kosten.

Verlust wÀchst trotz Umsatzplus

Der den AktionÀren zurechenbare Nettoverlust weitete sich im ersten Halbjahr 2026 um rund 26,8 Prozent auf etwa 2,29 Milliarden Yuan aus, das entspricht 0,13 Yuan je Aktie. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 10,5 Prozent auf 89,27 Milliarden Yuan.

Höhere PassagierkapazitĂ€ten, bessere Auslastung und stĂ€rkere Preise konnten die steigenden Treibstoffkosten nicht auffangen. Air China zahlte im ersten Halbjahr weder eine Dividende, noch wurde eine fĂŒr den Vergleichszeitraum 2025 vorgeschlagen.

Air China steht mit diesem Ergebnis nicht allein da. China Eastern und China Southern meldeten ebenfalls das siebte Verlustjahr in Folge im ersten Halbjahr, kombiniert kamen die drei Staatscarrier auf einen Nettoverlust von umgerechnet rund 1,22 Milliarden US-Dollar.

Bei allen drei Fluggesellschaften kletterten die Treibstoffkosten um 35 bis 38 Prozent, ausgelöst durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die die ÖlmĂ€rkte belasten.

Ungehedgte Kosten, schwacher Sommer

Anders als viele asiatische und europĂ€ische Wettbewerber sichern chinesische Airlines ihren Treibstoffbedarf kaum ab. Das macht sie besonders anfĂ€llig fĂŒr Preisschwankungen — China Southern rĂ€umte in seinem Bericht ein, derzeit ĂŒber kein wirksames Mittel gegen diese AbhĂ€ngigkeit zu verfĂŒgen.

Erschwerend kommt hinzu, dass das dritte Quartal, saisonal eigentlich das profitabelste, bislang wenig Entlastung brachte. Eine ungewöhnlich starke Taifun-Saison mit bereits 21 StĂŒrmen im Nordwestpazifik hat den Sommerreiseverkehr zusĂ€tzlich gestört.

Analysten von HSBC rechnen fĂŒr die drei grĂ¶ĂŸten chinesischen Fluggesellschaften 2026 mit einem gemeinsamen Verlust von rund 16,8 Milliarden Yuan — der Markt hatte zuvor noch mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Yuan kalkuliert. Die in Shanghai notierten Aktien aller drei Konzerne haben seit Jahresbeginn bereits mehr als 36 Prozent verloren.

Immerhin baut Air China seine Flotte an einheimisch gefertigten C919-Maschinen weiter aus und hĂ€lt an seiner bisherigen Lieferprognose fest, wĂ€hrend China Eastern seine Erwartungen fĂŒr 2026 bis 2028 bereits nach unten korrigiert hat.

FĂŒr den Rest des Jahres bleibt die zentrale Belastung dieselbe wie im ersten Halbjahr: Solange die Ölpreise durch den Nahost-Konflikt erhöht bleiben und der Inlandsmarkt keine spĂŒrbaren Preiserhöhungen zulĂ€sst, dĂŒrfte sich an der Verlustsituation wenig Ă€ndern.

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