Airbus, Aktie

Airbus Aktie: Kunde streicht Modell, Fehler belastet anderes

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Beschichtungsfehler betrifft möglicherweise über 500 A321neo; Airbus hält dennoch an seiner Lieferprognose für 2026 fest.

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Zwei Nachrichten, ein gemeinsamer Nenner: Airbus' Bestsellerprogramme geraten unter Druck. Während Qatar Airways ihre A330-Flotte komplett aus dem Verkehr zieht, kämpft der Hersteller gleichzeitig mit einem Qualitätsproblem am meistverkauften Schmalrumpfjet A321neo. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursrückgang von 1,33 Prozent auf 191,80 Euro.

Fuselage-Mangel bei Hunderten A321neo

Airbus bestätigte einen Qualitätsmangel an Beschichtungen eines strukturellen Bauteils im vorderen Rumpfbereich der A321neo. Nach vorliegenden Angaben könnten mehr als 500 Maschinen betroffen sein. Der Hersteller betont, es bestehe kein unmittelbares Sicherheitsrisiko, die Ursache sei identifiziert und bereits behoben.

Wichtig für Anleger: Die Lieferprognose für 2026 bleibt nach Unternehmensangaben unverändert bestehen. Die längere Variante A321XLR ist von dem Problem nicht betroffen. Der A321neo gilt als Airbus' wichtigstes Modell im Einzelgangsegment, mit Kapazität für bis zu 244 Passagiere auf Strecken bis 4.000 nautische Meilen.

Qatar Airways verabschiedet sich von der A330

Parallel dazu markiert eine Kundenentscheidung einen strukturellen Wandel im Golf-Luftverkehr. Qatar Airways hat ihre letzten A330-Passagierjets ausgemustert und über ein Dutzend Piloten an die ruandische RwandAir abgestellt. Der Grund: Seit Kriegsbeginn haben sich die Treibstoffpreise verdoppelt, was den Betrieb älterer, weniger effizienter Großraumflugzeuge zunehmend unwirtschaftlich macht.

Die A330 machte zuletzt rund 7 Prozent der Passagierflotte von Qatar Airways aus. Die Fluggesellschaft betreibt derzeit 12 Prozent weniger Flüge und 4 Prozent weniger Flugzeuge als vor einem Jahr. Global sind die A330-Betriebszahlen binnen eines Jahres um etwa 12 Prozent gesunken, da Airlines ältere Muster beschleunigt aus dem Verkehr ziehen.

Für Airbus relativiert sich der Einzelfall allerdings schnell: Qatar Airways hat weiterhin 410 Flugzeuge bei Airbus und Boeing bestellt und erwartet in den kommenden fünf Jahren 138 neue Maschinen. Die Ausmusterung betrifft ein auslaufendes Modell, nicht die laufende Auftragsbeziehung.

Der Kursrückgang vom Freitag geht klar auf das A321neo-Thema zurück, nicht auf die Flottenentscheidung eines einzelnen Kunden. Entscheidend wird sein, ob Airbus die Beschichtungsprobleme tatsächlich ohne Verzögerungen bei der Auslieferung in den Griff bekommt — die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die bestätigte Jahresprognose Bestand hat.

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