Alibaba, Aktie

Alibaba Aktie: 2-Milliarden-Verkauf von Lingxi Games

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alibaba trennt sich von Lingxi Games und investiert Milliarden in KI-Infrastruktur. Anleger reagieren positiv, Quartalszahlen folgen am Donnerstag.

Alibaba verkauft Gaming-Sparte und setzt auf KI-Offensive vor Quartalszahlen
Abstrakte Darstellung eines modernen digitalen Gaming-Studios mit futuristischer Beleuchtung und technologischem Ambiente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba treibt die Neuausrichtung seines Portfolios unmittelbar vor der Veröffentlichung neuer Finanzergebnisse massiv voran.

Durch den Verkauf seiner Gaming-Sparte Lingxi Games und eine technologische Offensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) positioniert sich das Unternehmen neu als spezialisierter Anbieter für Cloud-Infrastruktur und E-Commerce. An der Börse reagierten Anleger heute positiv auf die strategischen Schritte; das Papier kletterte um 3,0 % auf 110,80 Euro.

Milliarden-Ausstieg aus dem Gaming-Sektor

Wie Medienberichten am gestrigen Montag zu entnehmen war, veräußert Alibaba seine gesamte Beteiligung am Spieleentwickler Lingxi Games an die Private-Equity-Gesellschaft Trustar Capital.

Über den exakten Verkaufspreis gibt es unterschiedliche Angaben: Während die Nachrichtenagentur Reuters von einem Volumen von über 2 Milliarden US-Dollar berichtet, taxiert Bloomberg den Wert der Transaktion auf mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar.

Lingxi Games, bekannt für den Erfolgstitel „Three Kingdoms: Strategy Edition“, soll unter der Leitung des bisherigen CEO Zhou Bingshu eigenständig weitergeführt werden.

Dieser Schritt markiert die Fortsetzung einer umfassenden Strategie zur Trennung von Randaktivitäten. Seit 2025 hat Alibaba durch den Verkauf nicht-kernrelevanter Vermögenswerte bereits mehr als 30 Milliarden Yuan eingenommen.

Die nun freiwerdenden Mittel sollen primär in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen. Damit reagiert das Management auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit, das profitable Cloud-Segment technologisch an der Weltspitze zu halten.

Offensive im Wettbewerb um lokale KI

Parallel zum Konzernumbau verschärft Alibaba den Wettbewerb mit US-Konkurrenten wie Meta. Gestern präsentierte das Unternehmen das neue Sprachmodell Qwen3.8-27B, das speziell für den Einsatz auf Laptops konzipiert wurde.

Laut Unternehmensangaben erreicht dieses Modell trotz seiner kompakten Bauweise die Leistungsfähigkeit deutlich größerer Systeme. Durch die Bereitstellung als Open-Weight-Modell zielt Alibaba darauf ab, die lokale Ausführung von KI-Anwendungen ohne Cloud-Anbindung zu etablieren, was Vorteile bei Datenschutz und Betriebskosten verspricht.

CEO Wu Yongming betonte in diesem Zusammenhang, dass die Phase der kommerziellen Erträge aus KI-Investitionen bereits begonnen habe. Die Nachfrage nach den Qwen-Modellen ist hoch: Auf der Entwicklerplattform Hugging Face verzeichneten die Systeme zuletzt über 3 Milliarden Downloads.

Mit einer Investitionssumme von mindestens 53 Milliarden US-Dollar über die nächsten drei Jahre unterstreicht der Konzern seinen Anspruch, den chinesischen Markt für KI-Dienstleistungen zu dominieren.

Fokus auf Cloud-Wachstum am Donnerstag

Die Marktteilnehmer blicken nun mit Spannung auf den kommenden Donnerstag, wenn Alibaba die Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal 2027 vorlegt. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn pro Aktie von 1,50 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 39,5 Milliarden US-Dollar. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf der Profitabilität der Cloud-Sparte liegen. Die Experten von Jefferies prognostizieren für diesen Bereich eine EBITDA-Marge von 11,5 %.

Obwohl die hohen Investitionen kurzfristig den Nettogewinn belasten könnten – Erwartungen gehen von einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus –, honorieren Investoren die klare strategische Fokussierung. Die Aktie notiert mit dem heutigen Kursanstieg aktuell rund 12 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Trotz der Erholung seit Ende Juni weist das Papier jedoch im bisherigen Jahresverlauf noch immer ein Minus von 13 % auf. Analysten der Citi verwiesen zuletzt darauf, dass vor allem die Monetarisierung der KI-Produkte und die Stabilisierung des Kerngeschäfts Taobao entscheidend für die weitere Kursentwicklung sein werden.

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