Almonty Aktie: 300-Millionen-Rückkauf bei 59% Bewertungsabschlag
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweite Wolfram-Markt gerät aus den Fugen. Grund ist der Boom bei Künstlicher Intelligenz und Halbleitern. Almonty Industries sieht sich mitten in diesem Umbruch – und startet deshalb ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar.
CEO Lewis Black brachte das Thema am 16. August 2026 auf den Punkt. Sein Update trägt den Titel "The AI boom's tungsten problem" – zu Deutsch: das Wolfram-Problem des KI-Booms. Die Halbleiterindustrie braucht das Metall in wachsenden Mengen. Gleichzeitig fehlt es an Lieferanten außerhalb Chinas.
Wolfram wird zur Mangelware
Westliche Regierungen suchen aktiv nach konfliktfreiem Wolfram-Konzentrat außerhalb Chinas. Sie wollen ihre Lieferketten für sensible Technologien absichern. Nach Einschätzung von Black könnte bald die reine Verfügbarkeit wichtiger werden als der Preis.
Die Zahlen untermauern das. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der durchschnittliche europäische Preis für Ammoniumparawolframat (APT) auf 3.075 US-Dollar pro MTU. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 453 US-Dollar. Das ist mehr als eine Versechsfachung innerhalb von zwölf Monaten.
Bewertungslücke soll sich schließen
Trotz eines Kursgewinns von 249,57 Prozent über die vergangenen zwölf Monate sehen Analysten die Aktie als unterbewertet an. Aktuelle Modelle vom 18. August setzen den fairen Wert bei 40,27 US-Dollar an. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 16,36 US-Dollar – ein Abschlag von etwa 59,4 Prozent.
Genau diese Lücke treibt Almonty zum Handeln. Das Unternehmen startet am 24. August ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 300 Millionen US-Dollar. Das Management signalisiert damit: Der eigene Kurs spiegelt die fundamentale Entwicklung nicht ausreichend wider.
Börsenlistings werden gebündelt
Almonty räumt derzeit seine globale Börsenpräsenz auf. Das Unternehmen zieht sich aus mehreren Handelsplätzen zurück und konzentriert die Liquidität auf Nasdaq und Frankfurter Börse. Am 31. Juli 2026 verließ Almonty freiwillig die Toronto Stock Exchange.
Als Nächstes folgt der Rückzug von der australischen Börse ASX. Der Handel mit den dortigen CDIs endet am 28. August. Das formale Delisting ist für den 1. September angesetzt.
Kriegskasse für den Minenausbau
Für diese Schritte – und für den Ausbau der Sangdong-Mine in Südkorea – braucht Almonty Kapital. Und das hat der Konzern reichlich. Zum 30. Juni 2026 verfügte Almonty über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar. Ende 2025 waren es noch 268,4 Millionen.
Der Sprung geht vor allem auf eine überzeichnete Anleiheemission zurück. Almonty platzierte Wandelschuldverschreibungen über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent.
Sangdong nimmt Fahrt auf
Die Sangdong-Mine begann Mitte 2026 mit der Verarbeitung und befindet sich nun in der Hochlaufphase. Ziel ist eine Phase-I-Kapazität von 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Almonty hat dafür bereits einen wichtigen Abnahmevertrag nachverhandelt.
Die Vereinbarung mit Global Tungsten & Powders (GTP) wurde um sechs Jahre verlängert. Die kontrahierten Mengen steigen um 40 Prozent, die Preise über alle Volumina hinweg um rund 6,3 Prozent. Für die laufende Hochlaufphase der Mine schafft das zusätzliche Planungssicherheit.
Mit dem Rückzug von TSX und ASX bündelt Almonty seine Handelsaktivität bis Anfang September vollständig auf Nasdaq und Frankfurt. Der Fokus liegt danach auf dem weiteren Produktionsanstieg in Sangdong und der Umsetzung des Rückkaufprogramms.
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