Aluminiummarkt, LME-BestÀnde

Aluminiummarkt: LME-BestĂ€nde sinken ĂŒber 40 Prozent

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aluminiumpreis steigt dank knapper LagerbestÀnde und geopolitischer Risiken. AMAG verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinnanstieg von 74 Prozent.

Aluminiummarkt: LME-VorrÀte auf Tiefstand, AMAG mit Gewinnsprung
Stapel von Aluminiumbarren in einem modernen Lagerhaus Illustration mit AI erstellt.

Die Situation am globalen Aluminiummarkt spitzt sich durch eine Kombination aus schwindenden LagerbestĂ€nden und geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zunehmend zu. An der London Metal Exchange (LME) sind die VorrĂ€te auf ein Niveau gefallen, das teilweise als historischer Tiefstand seit der Jahrtausendwende gewertet wird. Diese Verknappung bildet das fundamentale RĂŒckgrat fĂŒr die Preisentwicklung, wĂ€hrend die Industrie mit schwankenden Energiekosten und ProduktionsbeschrĂ€nkungen in China kĂ€mpft.

Dramatischer RĂŒckgang der LME-LagerbestĂ€nde

Die AluminiumbestĂ€nde in den Lagern der LME sind bis zum Ende des vergangenen Monats auf rund 267.800 Tonnen gesunken. Seit Ende Januar entspricht dies einem massiven RĂŒckgang von mehr als 40 Prozent. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das sogenannte Destocking, bei dem Marktteilnehmer verstĂ€rkt auf vorhandene BestĂ€nde zugreifen, anstatt neues Material zu ordern. Besonders deutlich wurde dies am Standort Port Klang, wo innerhalb einer einzigen Woche zehntausende Tonnen zur Auslieferung angemeldet wurden.

Die Analysten der Commerzbank sehen in dieser Entwicklung ein klares Signal fĂŒr eine anhaltende Anspannung. Norman Liebke von der Commerzbank erwartet aufgrund der niedrigen LME-BestĂ€nde und der gleichzeitig hohen Energiekosten kĂŒnftig wieder anziehende Notierungen. GestĂŒtzt wird diese EinschĂ€tzung durch eine ausgeprĂ€gte Backwardation am Terminmarkt, bei der die Preise fĂŒr sofort verfĂŒgbares Material deutlich ĂŒber denen fĂŒr spĂ€tere Liefertermine liegen.

Im gestrigen Handel schloss der Aluminiumpreis bei 3.351,00 USD. Trotz kurzfristiger Schwankungen weist der Markt eine robuste Grundtendenz auf: Die aktuelle Notierung liegt 3,12 Prozent ĂŒber dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Leichtmetall damit ein Kursplus von 15,30 Prozent, was die Erholung gegenĂŒber den TiefststĂ€nden des Vorjahres unterstreicht.

Geopolitische Risiken und chinesische Produktionsgrenzen

Neben der physischen Knappheit in den LagerhĂ€usern rĂŒckt die Versorgungssicherheit durch die politische Lage im Nahen Osten in den Fokus. Die Spannungen rund um die Straße von Hormus betreffen SchĂ€tzungen zufolge etwa 9 Prozent der weltweiten Aluminiumversorgung. Sollte es zu dauerhaften BeeintrĂ€chtigungen dieser Route kommen, stĂŒnde eine KapazitĂ€t von bis zu 3,5 Millionen Tonnen zur Disposition.

ZusĂ€tzlicher Druck entsteht durch die Produktionslage in China, dem weltweit grĂ¶ĂŸten Produzenten. Obwohl das Land eine offizielle Obergrenze von 45 Millionen Tonnen pro Jahr festgesetzt hat, lag die Produktion im ersten Halbjahr 2026 auf einer annualisierten Basis von 46,4 Millionen Tonnen bereits ĂŒber diesem Limit. Dies könnte regulatorische Eingriffe nach sich ziehen, die das globale Angebot weiter verknappen wĂŒrden. In der Industrie zeigt sich die WiderstandsfĂ€higkeit der Lieferketten jedoch uneinheitlich; wĂ€hrend die Chemiebranche Entspannung bei MaterialengpĂ€ssen meldet, bleibt die Elektroindustrie laut Ifo-Institut weiterhin stark betroffen.

Starke Halbjahresbilanz bei AMAG

Auf Unternehmensebene spiegelt sich die Marktdynamik in den jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen wider. Der österreichische Aluminiumkonzern AMAG meldete gestern fĂŒr das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Gewinnanstieg. Das Ergebnis nach Steuern kletterte um 74 Prozent auf 40,7 Millionen Euro. Trotz internationaler Zölle konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 8 Prozent auf 850,7 Millionen Euro steigern.

CEO Victor Breguncci hob insbesondere die positive Entwicklung in den Kernbereichen hervor. WĂ€hrend der Absatz im Bereich der industriellen Anwendungen nur leicht zulegte, verzeichnete AMAG im Automobilsektor ein Wachstum von 31 Prozent und im Bereich Luftfahrt ein Plus von 9 Prozent. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 prognostiziert die UnternehmensfĂŒhrung ein EBITDA in einer Spanne zwischen 170 und 190 Millionen Euro. Diese operativen Erfolge unterstreichen, dass spezialisierte Verarbeiter derzeit trotz der volatilen Rohstoffkosten und geopolitischen Unsicherheiten eine starke Nachfrage in den High-Tech-Sektoren bedienen können.

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