Amazon, Aktie

Amazon Aktie: Acht Milliarden fĂŒr Notstrom

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 02:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon vereinbart Generatorenlieferungen mit Generac und erhĂ€lt Aktienoptionen. Zugleich fordern US-Senatoren eine FTC-PrĂŒfung der Einkaufsassistenten.

Amazon.com Inc. US0231351067 photorealistic logistics center interior with conveyor belts and robotic sorting arms
Amazon.com Inc. (US0231351067) fulfillment center conveyor belts with robotic arms sorting packages Illustration mit AI erstellt.

Amazon baut seine Energieversorgung fĂŒr Rechenzentren aus – und setzt dabei auf einen Partner, der bislang eher fĂŒr Heim-Generatoren bekannt war. Der Konzern hat mit Generac Holdings eine langfristige Liefervereinbarung geschlossen, die zeigt, wie ernst das Unternehmen den Strombedarf seiner KI-Infrastruktur nimmt.

Generatoren fĂŒr die Cloud

Die Vereinbarung umfasst zunĂ€chst Lieferungen im Wert von 2,4 Milliarden Dollar fĂŒr Industriegeneratoren, die zwischen 2027 und 2028 fließen sollen. Das Gesamtvolumen kann bis 2033 auf bis zu 8 Milliarden Dollar anwachsen – abhĂ€ngig davon, wie viel Amazon tatsĂ€chlich abruft. FĂŒr Generac ist Amazon damit der zweite Hyperscaler-Kunde nach einem bereits bestehenden Partner, ein Signal, dass sich die Kundenbasis im Datacenter-GeschĂ€ft verbreitert.

Bemerkenswert ist die Finanzierungsstruktur: Amazon erhÀlt im Gegenzug einen Optionsschein auf rund 1,69 Millionen Generac-Aktien, was einem verwÀsserten Anteil von etwa 2,6 Prozent entspricht.

Ein Teil davon ist bereits unverfallbar, der Rest hĂ€ngt an den kumulierten Zahlungen bis zur 8-Milliarden-Dollar-Grenze. Je mehr Amazon also bestellt, desto grĂ¶ĂŸer wird auch seine Beteiligung am Lieferanten – ein Konstrukt, das beide Seiten enger aneinanderbindet.

Der Deal unterstreicht ein strukturelles Problem der KI-Wirtschaft: Rechenzentren brauchen nicht nur Chips, sondern auch verlĂ€ssliche Stromversorgung, wenn das öffentliche Netz an seine Grenzen stĂ¶ĂŸt. Backup-Generatoren gewinnen dadurch strategische Bedeutung, die weit ĂŒber ihre klassische Rolle als Notfalllösung hinausgeht.

Chatbots geraten unter Beobachtung

Parallel dazu bekommt Amazon politischen Gegenwind aus Washington. Die Senatoren Tammy Baldwin und Rick Scott haben die Federal Trade Commission aufgefordert, Amazon und Walmart wegen ihrer KI-Einkaufsassistenten zu untersuchen. Der Vorwurf: Alexa for Shopping und Walmarts Sparky-Bot wĂŒrden "Made in USA"-Produkte in den Suchergebnissen benachteiligen, wĂ€hrend sie Waren aus dem Ausland prominent anzeigen.

Grundlage ist eine Studie einer Denkfabrik unter Leitung der frĂŒheren FTC-Chefin Lina Khan, die einst selbst eine Kartellklage gegen Amazon angestoßen hatte – ein Verfahren, das weiterhin lĂ€uft. Laut der Untersuchung soll Alexa auf Nachfrage eingerĂ€umt haben, ein reiner USA-Filter wĂŒrde "erhebliche UmsĂ€tze zu den grĂ¶ĂŸten VerkĂ€ufern im Ausland umlenken". Amazon Ă€ußerte sich dazu bislang nicht.

FĂŒr die Aktie dĂŒrfte der Generac-Deal das stĂ€rkere Signal sein. Er zeigt konkret, wie Amazon seine Infrastruktur-Investitionen absichert, wĂ€hrend die Debatte um die Einkaufsassistenten vorerst eine politische Randnotiz bleibt – mit offenem Ausgang, sollte die FTC tatsĂ€chlich Ermittlungen aufnehmen.

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