Amazon Aktie: Jefferies sieht 330 Dollar
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 15:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon hat mit seinen Quartalszahlen so ziemlich jede Sorge um den KI-Boom vom Tisch gewischt. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Jefferies-Analyst Brent Thill hob das Kursziel von 320 auf 330 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung "Buy". Sein Argument: Die Sichtbarkeit für die kommenden Jahre sei so hoch wie selten zuvor.
AWS-Backlog sichert Sicht bis 2028
Das eigentliche Zugpferd bleibt die Cloud-Sparte AWS. Der Umsatz kletterte um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar – das schnellste Wachstum seit viereinhalb Jahren und deutlich über den Erwartungen der Analysten.
Noch aufschlussreicher ist der Auftragsbestand: Er wuchs um 132 Milliarden Dollar und verschafft Amazon nach Einschätzung von Jefferies Planungssicherheit bis mindestens 2028. Konzernchef Andy Jassy geht inzwischen davon aus, dass AWS auf lange Sicht sogar die Billionen-Dollar-Marke beim Jahresumsatz erreichen könnte.
Der Preis für dieses Wachstum steigt allerdings mit. Die Investitionsprognose für dieses Jahr wanderte um 20 Milliarden auf 220 Milliarden Dollar nach oben – vor allem wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise. Jassy betonte, selbst mit dieser Aufstockung werde man die Kundennachfrage nach Rechenleistung nicht vollständig decken können.
Zwischen Rekordgewinn und vorsichtigem Ausblick
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 62,6 Milliarden Dollar – deutlich aufgebläht durch eine Neubewertung der Anthropic-Beteiligung in Höhe von 53,4 Milliarden Dollar vor Steuern. Der operative Cashflow fiel dagegen negativ mit 7,6 Milliarden Dollar aus, ein Beleg für den Preis, den Hyperscaler derzeit für ihr KI-Wettrüsten zahlen.
Für das dritte Quartal rechnet Amazon mit einem Umsatz zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar – etwas unter der Analystenerwartung von rund 203,9 Milliarden Dollar. Beim operativen Gewinn peilt der Konzern 22,5 bis 26,5 Milliarden Dollar an, verglichen mit 17,4 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.
Nebenbei sorgte Amazon noch für eine kleine politische Randnotiz: Der Konzern erhielt im zweiten Quartal rund 600 Millionen Dollar an Zoll-Rückerstattungen, nachdem der Supreme Court einen Teil der Trump-Zölle für unzulässig erklärt hatte. Einen Teil davon will Amazon an Kunden weitergeben, bei denen sich die Zollkosten direkt nachverfolgen lassen.
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