Amazon, Aktie

Amazon Aktie: Minus-Kasse, verlorene Klage

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 07:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon verzeichnet trotz Rekordumsatz einen negativen freien Cashflow, verliert einen Rechtsstreit gegen Perplexity und startet mit Zoox den kommerziellen Robotaxi-Betrieb in Las Vegas.

Amazon: Kassenminus, Gerichtsniederlage und erste Zoox-Einnahmen
Abstraktes, atmosphärisches Bild eines modernen Bürogebäudes unter einem stürmischen Himmel als Symbol für Marktunsicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Drei Nachrichten, ein Konzern: Amazon dreht bei der Kasse ins Minus, verliert vor Gericht gegen einen KI-Herausforderer und lässt seine Robotaxis erstmals Geld verdienen. Wer wissen will, wo der Konzern gerade steht, muss alle drei Fäden zusammenziehen.

Kasse dreht ins Minus trotz Rekordumsatz

Amazon meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 200,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Cloud-Sparte AWS wuchs um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar – das schnellste Tempo seit 2021.

Grund für die angespannte Kassenlage ist die hochgeschraubte Investitionsplanung. Wegen teurer Arbeitsspeicher-Chips hob der Konzern das Capex-Budget für das laufende Jahr von 200 auf 220 Milliarden Dollar an.

Das drückte den freien Cashflow der vergangenen zwölf Monate ins Minus: ein Abfluss von 7,6 Milliarden Dollar, nach einem Zufluss von 18,2 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Der operative Cashflow stieg im selben Zeitraum dennoch um 33 Prozent auf 161,4 Milliarden Dollar – das Kerngeschäft bleibt also robust, nur die Investitionen fressen mehr davon auf.

Gerichtsniederlage im KI-Agenten-Streit

Ein US-Berufungsgericht hat Amazon in einem viel beachteten Rechtsstreit über autonome KI-Assistenten eine Niederlage beschert. Der Ninth Circuit entschied, dass der Softwareanbieter Perplexity mit seinem KI-Browser Comet aller Voraussicht nach nicht gegen das US-Anti-Hacking-Gesetz Computer Fraud and Abuse Act verstoßen hat. Comet kann für Nutzer Websites durchsuchen, sich in Konten einloggen und in ihrem Auftrag einkaufen – auch auf Amazon.

Amazon hatte argumentiert, Comet tarne automatisierten Datenverkehr als gewöhnlichen Browserzugriff und greife ohne Erlaubnis auf Kundenkonten zu. Die Richter sahen das anders: Nicht Perplexity, sondern die Nutzer selbst würden über Comet auf die Plattform zugreifen. Eine im Frühjahr erwirkte einstweilige Verfügung, die Comet vom Einkaufen auf Amazon abhielt, ist damit vorerst hinfällig. Der zugrunde liegende Rechtsstreit läuft jedoch weiter.

Zoox startet bezahlte Fahrten in Las Vegas

Einen konkreten Wachstumsschritt liefert derweil die Robotaxi-Tochter Zoox: Ab dem 10. August verlangt sie erstmals Geld für ihre fahrerlosen Fahrten in Las Vegas – der erste kommerzielle Start im Rennen gegen Alphabets Waymo. Seit dem vergangenen Jahr transportierte Zoox fast eine Million Fahrgäste kostenlos durch Las Vegas, San Francisco, Austin und Miami.

Möglich macht den Schritt eine im Juli erteilte befristete Ausnahmegenehmigung, die Zoox von der Pflicht zu klassischen Fahrzeug-Bedienelementen befreit. Die toasterförmigen Shuttles verzichten komplett auf Lenkrad und Pedale und bieten Platz für vier Passagiere. Zoox-Chefin Aicha Evans betonte, bezahlte Fahrten brächten andere Kundenerwartungen mit sich als das bisherige Gratisangebot – die Preisgestaltung soll sich an der Komfort-Stufe klassischer Fahrdienste orientieren.

Nicht jeder US-Bundesstaat ist autonomen Fahrdiensten bislang wohlgesinnt: New York ließ erst kürzlich eine Genehmigung für Konkurrent Waymo auslaufen und ein Vorhaben für kommerzielle Robotaxis fallen. Ob Zoox über Las Vegas hinaus in weiteren Bundesstaaten grünes Licht bekommt, entscheidet sich Fahrzeug für Fahrzeug, Behörde für Behörde.

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