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Amazon Aktie: Rosenblatt sieht AWS-Turbo

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 18:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rosenblatt Securities startet Amazon-Coverage mit Kaufvotum und sieht unerkanntes AWS-Wachstumspotenzial. Die Cloud-Sparte soll 2026 deutlich stärker zulegen als erwartet.

Amazon-Aktie: Rosenblatt-Start mit Kaufempfehlung und 335-Dollar-Kursziel
Abstraktes Bild eines modernen Rechenzentrums mit blauer und oranger Beleuchtung als Symbol für Cloud-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Amazon bekommt frischen Rückenwind von der Wall Street. Rosenblatt Securities startet die Coverage mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 335 US-Dollar. Der Grund: Analyst Barton Crockett traut AWS eine Wachstumsbeschleunigung zu, die der breite Markt noch unterschätzt.

AWS als Wachstumsmotor

Im zweiten Quartal legte AWS um 37 Prozent zu – das fünfte Quartal in Folge mit Beschleunigung. Rosenblatt geht davon aus, dass die Cloud-Sparte das Jahr 2026 mit 45 Prozent Wachstum abschließt, deutlich über der Straßenschätzung von 38 Prozent. Bis 2028 soll AWS demnach die Marke von 335 Milliarden Dollar Umsatz erreichen.

Die These dahinter: Kunden, die ihre KI-Ausgaben hochfahren, treiben gleichzeitig die klassische AWS-Nutzung nach oben. Rosenblatt bezeichnet Amazon als einen der widerstandsfähigsten Player im eigenen Coverage-Universum – die Kombination aus eigener Recheninfrastruktur und physischem Logistiknetz gilt als Wettbewerbsvorteil, der am Markt noch nicht voll eingepreist sei. Auch Citizens bestätigte zuletzt seine positive Einschätzung mit einem Kursziel von 315 Dollar, basierend auf Schätzungen für 2027.

Das Analystenbild bleibt insgesamt optimistisch, wenn auch mit unterschiedlichen Zielmarken zwischen 315 und 335 Dollar. 23 Analysten haben ihre Gewinnschätzungen zuletzt nach oben angepasst.

Investitionen in Infrastruktur laufen weiter

Parallel zur Cloud-Story treibt Amazon den Ausbau seiner physischen Präsenz voran. In Louisiana wurde die geplante Investition in Rechenzentren auf 18 Milliarden Dollar erhöht – sechs Milliarden mehr als noch im Februar angekündigt, inklusive eines dritten Campus in Shreveport mit bis zu 750 direkten und 2.500 indirekten Arbeitsplätzen.

Der politische Rahmen für solche Großprojekte bleibt günstig. Die US-Regierung wirbt aktuell offensiv für den beschleunigten Ausbau von KI-Infrastruktur und stellt sich gegen strengere Regulierung.

Amazon gehört neben Google, Meta, Microsoft, OpenAI, Oracle und xAI zu den Unterzeichnern einer Vereinbarung, wonach die Konzerne selbst für neue Stromkapazitäten aufkommen – ein Thema, das angesichts wachsender lokaler Widerstände gegen Rechenzentren an Brisanz gewinnt.

Während Amazon auf der Infrastrukturseite kräftig investiert, zeigt sich beim Konsumverhalten eine gegenläufige Tendenz: Das Wachstum der Online-Ausgaben in den USA verlangsamte sich im Juli auf 8 Prozent, nach 16 Prozent im Vormonat.

Für die Kernfrage, ob sich die milliardenschweren KI-Wetten auszahlen, dürfte aber weniger das kurzfristige Konsumklima entscheidend sein als das Tempo, mit dem AWS seine Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen hält.

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