AMD Aktie: Kursziele steigen trotz Kursrutsch
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 15:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Rekordquartal, eine Prognose ĂŒber dem Konsens â und trotzdem rauscht die Aktie im vorbörslichen Handel um mehr als acht Prozent nach unten. Bei AMD klaffen Zahlenwerk und Kursreaktion gerade auffĂ€llig auseinander. Der Grund liegt weniger in der Bilanz als in einem Satz von Elon Musk.
Starke Zahlen, aber ein Schönheitsfehler
Im zweiten Quartal 2026 verdiente AMD auf bereinigter Basis 1,66 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 11,54 Milliarden Dollar. Beide Werte lagen ĂŒber den Erwartungen der Analysten, der Umsatz stieg um 50 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Das Data-Center-GeschĂ€ft war der Wachstumstreiber: Hier kletterten die Erlöse um 107 Prozent, angetrieben von einem Server-CPU-Wachstum von ĂŒber 70 Prozent und einem geschĂ€tzten KI-Grafikchip-Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar.
FĂŒr das laufende Quartal stellt AMD einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von 300 Millionen Dollar nach oben oder unten. Das liegt spĂŒrbar ĂŒber der KonsensschĂ€tzung von 12,5 Milliarden Dollar und wĂŒrde einem Jahreswachstum von gut 40 Prozent entsprechen. Ein Wermutstropfen blieb allerdings: Die Bruttomarge verfehlte die Erwartungen leicht, was Teile der Verkaufswelle miterklĂ€rt.
Musk dreht AMD den RĂŒcken zu
Den eigentlichen Ausschlag fĂŒr den Kursrutsch gab jedoch eine AnkĂŒndigung von SpaceX-Chef Elon Musk. Er erklĂ€rte, sein Raumfahrtunternehmen werde kĂŒnftig ausschlieĂlich auf Nvidias Blackwell-Architektur setzen und keine AMD-Prozessoren mehr kaufen. Musk hatte zuvor angedeutet, sowohl SpaceX als auch Tesla wĂŒrden Chips von beiden Herstellern beziehen â diese Aussicht ist damit vom Tisch.
Der Kommentar ĂŒberschattete das eigentlich starke Zahlenwerk komplett. Das Client- und Gaming-GeschĂ€ft von AMD wuchs derweil um 6,1 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar, blieb aber im Schatten der Data-Center-Story und der negativen Schlagzeile.
Wall Street bleibt bei ihrer EinschÀtzung
Trotz des Kursrutsches reagierten mehrere AnalystenhÀuser mit höheren Kurszielen. Der Blick richtet sich klar auf 2027, wenn sich das Data-Center-GeschÀft laut Unternehmensprognose mehr als verdoppeln soll:
- Truist Securities: Kaufempfehlung, Kursziel auf 594 Dollar angehoben (von 478 Dollar)
- Bernstein SocGen: Outperform, Kursziel auf 650 Dollar angehoben (von 600 Dollar)
- Jefferies: Kaufempfehlung, Kursziel auf 650 Dollar angehoben (von 640 Dollar)
- KeyBanc: Overweight bestÀtigt, Kursziel bei 725 Dollar
Die BegrĂŒndung ist bei allen HĂ€usern Ă€hnlich: beschleunigte Nachfrage nach EPYC-Servern, ein Hochlauf der Instinct-Beschleuniger sowie milliardenschwere KapazitĂ€tszusagen von Hyperscalern wie Meta, Anthropic und Core Scientific. Jefferies geht sogar davon aus, dass der Instinct-Umsatz im Kalenderjahr 2027 die Marke von 40 Milliarden Dollar ĂŒbersteigen könnte.
Die Aktie hat binnen eines Jahres rund 198 Prozent zugelegt und wird bei einem Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis von 176 gehandelt â ein Bewertungsniveau, das mehrere AnalysehĂ€user bereits als ambitioniert einstufen. Ob der Markt den langfristigen Datacenter-Ausblick stĂ€rker gewichtet als den kurzfristigen RĂŒckschlag durch Musks Absage, dĂŒrfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, wenn sich der erste Schock ĂŒber die SpaceX-Nachricht legt.
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