Amphenol, Aktie

Amphenol Aktie: Kupfer behauptet sich in Serverschränken

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bernstein sieht Kupfer bis zum Jahrzehntende neben optischen Verbindungen; Amphenol stellt weiteres Wachstum im dritten Quartal in Aussicht.

Fotorealistischer Blick auf eine moderne Elektronikfabrik von Amphenol Corp
Amphenol Corp. betreibt hochmoderne Elektronikfabriken und produziert Steckverbinder weltweit unter ISIN US0320951017 Illustration mit AI erstellt.

Gestern rückte der US-Konzern Amphenol erneut in das Blickfeld der Investoren. Der Verbindungsspezialist verzeichnet eine ungebrochen hohe Nachfrage aus der Server- und Verteidigungsindustrie. Am gestrigen Donnerstag ging die Aktie bei 72,80 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn auf 24 Prozent.

Kupfer dominiert weiter in Serverschränken

Das Analysehaus Bernstein stuft Amphenol als bevorzugten Wert für den Ausbau moderner Rechenzentren ein. Entgegen mancher Marktsorgen verdrängen optische Verbindungstechnologien die etablierten Kupferkabel nicht so schnell wie befürchtet. Die Analysten rechnen damit, dass beide Technologien noch bis zum Ende des Jahrzehnts parallel genutzt werden.

Kupferkabel dominieren vor allem innerhalb einzelner Serverschränke. Optische Verbindungen kommen dagegen vorrangig zwischen getrennten Racks zum Einsatz. Besonders bei Inferenz-Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz behauptet Kupfer seine führende Rolle. Amphenol agiert hier als Marktführer und baut die eigenen Marktanteile stetig aus.

Selbst bei einem späteren Technologiewechsel drohen nach Berechnungen von Bernstein nur begrenzte Einbußen. Im Fiskaljahr 2028 stünden bei einem schnelleren Wechsel auf optische Verbindungen lediglich rund 10 Prozent des Gewinns im Feuer. Für die kommenden Jahre prognostizieren die Experten dem Konzern ein zweistelliges Wachstum sowie operative Margen von etwa 30 Prozent.

Verteidigungsgeschäft sorgt für zusätzlichen Rückenwind

Parallel dazu sorgt das Rüstungsgeschäft für spürbaren Rückenwind. Amphenol profitiert von weltweit steigenden Verteidigungsetats und expandiert gezielt über Zukäufe.

Die Erlösstruktur spiegelt diese strategische Aufstellung wider. Den größten Anteil liefert weiterhin die Sparte Communications Solutions, die den Netzinfrastrukturmarkt bedient. Das Segment Harsh Environment fungiert als zweites Standbein und liefert widerstandsfähige Steckverbindungen für anspruchsvolle Einsatzbereiche.

Für das dritte Quartal stellt das Management weiteres deutliches Wachstum in Aussicht.

Diese Erwartungen unterstreichen die robuste Dynamik in den Kernmärkten. Solange Cloud-Betreiber ihre Rechenzentren aufrüsten und Staaten ihre Wehretats aufstocken, bleibt die Nachfrage nach Verbindungstechnik ungebrochen hoch.

Bewertung verlangt operative Perfektion

An der Börse reflektiert der Kurs diesen anhaltenden Optimismus. Mit einem 52-Wochen-Hoch von 78,13 Euro bleibt die Rekordmarke für das Papier in unmittelbarer Sichtweite. Nach Einschätzung von Bernstein preist die Bewertung an den Märkten allerdings bereits viel Zukunftspotenzial ein.

Die Marktführerschaft bei Serverkomponenten und die Diversifikation über das Rüstungsgeschäft bilden gleichwohl ein stabiles Fundament. Zudem stärkt die erfolgreiche Einbindung getätigter Übernahmen die Ertragskraft. Für Anleger wird entscheidend sein, ob der Konzern die hohen Margen auch bei anhaltendem Expansionskurs verteidigen kann.

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