Amrize Aktie: EBITDA-Ziel gesenkt, Kurs fÀllt 4,2%
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 20:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Heute tritt Dillon Cumming seine neue Rolle als Leiter der Investor-Relations-Abteilung beim Baustoffkonzern Amrize an. Der Personalwechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie des 2025 von Holcim abgespalteten Unternehmens erheblich unter Druck steht. Am heutigen Dienstag verzeichnet das Papier einen KursrĂŒckgang von 4,2 % und notiert bei 36,48 âŹ.
Neue FĂŒhrung im Finanzressort
Die Neubesetzung in der Investorenkommunikation schlieĂt an einen Wechsel in der Finanzvorstandschaft an. Vor gut einer Woche wurde Samuel J. Poletti zum neuen Finanzchef berufen. Er trat die Nachfolge von Baris Oran an, der das Unternehmen aus persönlichen GrĂŒnden verlieĂ. Diese personelle Neuaufstellung erfolgt vor dem Hintergrund einer volatilen GeschĂ€ftsentwicklung, die insbesondere durch externe Kostenfaktoren geprĂ€gt ist.
Der Konzern kĂ€mpft seit einiger Zeit mit einer ölpreisbedingten Kosteninflation. Steigende Ausgaben fĂŒr Fracht, Diesel und Rohmaterialien konnten zuletzt nicht vollstĂ€ndig durch Preisanpassungen kompensiert werden. Dies spiegelt sich auch in der Aktienperformance wider: Mit dem heutigen Kursrutsch betrĂ€gt der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 35,70 ⏠lediglich noch 2,2 %.
Divergenz bei der Jahresprognose
In der Bilanz fĂŒr das zweite Quartal 2026 zeigten sich gemischte Signale. WĂ€hrend der Umsatz um 8,6 % auf 3,49 Milliarden US-Dollar stieg, blieb das bereinigte EBITDA mit 986 Millionen US-Dollar hinter den Erwartungen zurĂŒck.
Medienberichten zufolge lag dieses Ergebnis rund 3 % unter dem Marktkonsens. Besonders das Segment Building Materials trug mit 2,45 Milliarden US-Dollar zum Volumen bei, wÀhrend Building Envelope 1,05 Milliarden US-Dollar beisteuerte.
Als Reaktion auf die Kostenentwicklung passte die UnternehmensfĂŒhrung die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr an. Das Ziel fĂŒr den Umsatz wurde auf 12,5 bis 12,7 Milliarden US-Dollar angehoben. Gleichzeitig senkte der Konzern jedoch die Erwartung fĂŒr das EBITDA auf eine Spanne zwischen 3,1 und 3,2 Milliarden US-Dollar. Zuvor war die Konzernleitung noch von bis zu 3,34 Milliarden US-Dollar ausgegangen.
Strategische MaĂnahmen und Insider-AktivitĂ€ten
Um das Vertrauen der Anleger zurĂŒckzugewinnen, setzt die FĂŒhrungsebene verstĂ€rkt auf eigene Anteile. Vor gut drei Wochen kaufte CEO Jan Philipp Jenisch 30.000 Aktien, teils direkt und teils ĂŒber seine Ehefrau. Insgesamt haben im vergangenen Monat elf verschiedene Insider ZukĂ€ufe getĂ€tigt. Dennoch verharrt die Aktie in einem AbwĂ€rtstrend und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 22 % auf.
ZusĂ€tzlich zum Kostendruck belastet die AbkĂŒhlung im US-Bausektor die Stimmung. Amrize versucht gegenzusteuern, unter anderem durch ZukĂ€ufe wie die Ăbernahme von Rapid Redi-Mix vor ĂŒber einem Monat.
Trotz der operativen Herausforderungen hĂ€lt das Unternehmen an seiner AusschĂŒttungspolitik fest und zahlte fĂŒr das zweite Quartal eine unverĂ€nderte Dividende von 0,11 US-Dollar pro Aktie. Analysten der Bank RBC hatten das Papier vor rund einem Monat herabgestuft, was die Skepsis am Markt weiter zementierte.
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