Amundi Aktie: Immobilienfonds werden neu bewertet
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amundi Immobilier, eine Tochtergesellschaft der Crédit Agricole, hat signifikante Preisabschläge bei mehreren seiner Immobilienfonds (SCPI) vorgenommen. Diese am vergangenen Freitag bekannt gegebenen Anpassungen betreffen die Bewertung von Büroimmobilien und haben unmittelbare Auswirkungen auf mehr als 100.000 Anteilsinhaber.
Das Unternehmen reagiert damit auf das veränderte Marktumfeld im Immobiliensektor, in dem steigende Zinsen und ein Wandel bei der Büronutzung die Bewertungen unter Druck setzen.
Massive Preisabschläge bei Büro-Fonds
Die vorgenommenen Korrekturen fallen je nach Fonds unterschiedlich hoch aus, betreffen jedoch schwerpunktmäßig das Segment der Büroimmobilien. Der Fonds Génépierre verzeichnete mit einem Minus von 15 Prozent den stärksten Rückgang; der Anteilspreis sank von 180 Euro auf 153 Euro bei einer Kapitalisierung von 541 Millionen Euro.
Beim deutlich größeren Fonds Edissimmo, der ein Kapital von 2,64 Milliarden Euro verwaltet, wurde der Preis um 12,8 Prozent von 172 Euro auf 150 Euro gesenkt.
Auch der Rivoli Avenir Patrimoine mit einer Kapitalisierung von 2,6 Milliarden Euro blieb von dieser Entwicklung nicht verschont. Hier reduzierte Amundi den Anteilswert um 11 Prozent von 228 Euro auf 203 Euro.
Diese Schritte verdeutlichen die Notwendigkeit, die Buchwerte der Immobilienbestände an die aktuelle Marktrealität anzupassen, nachdem der Sektor über Monate hinweg mit steigenden Finanzierungskosten und einer zurückhaltenden Nachfrage nach Büroflächen konfrontiert war.
Marktumfeld belastet Sachwerte
Die Neubewertungen fallen in eine Phase allgemeiner Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten. Am vergangenen Freitag richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger insbesondere auf das Treffen in Jackson Hole.
Kevin Warsh von der US-Notenbank Fed schlug dort einen festen Ton in Bezug auf die Inflation an und gab keine Anzeichen für baldige Zinssenkungen. Die Inflationsrate in den USA lag im Juli bei 3,7 Prozent und damit weiterhin deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent.
Diese restriktive Geldpolitik wirkt sich direkt auf die Renditen von Staatsanleihen aus, was wiederum die Attraktivität von Immobilienanlagen als Konkurrenzprodukt beeinträchtigt. Während die Aktienmärkte am Freitag uneinheitlich reagierten und in Paris ein Plus von knapp einem Prozent verbucht wurde, stiegen die Renditen zweijähriger US-Anleihen auf rund 4,36 Prozent.
Fokus auf Rentenmärkte und ETFs
Trotz der Korrekturen im Immobilienbereich verzeichnete die Branche zuletzt wieder verstärkte Zuflüsse in festverzinsliche Wertpapiere. Weltweit flossen globalen Rentenfonds am vergangenen Mittwoch etwa 10,25 Milliarden US-Dollar zu, während aus Aktienfonds Kapital abgezogen wurde. In diesem Umfeld veröffentlichte Amundi am vergangenen Donnerstag und Freitag aktualisierte Nettoinventarwerte (NAV) für eine Reihe seiner börsengehandelten Fonds.
Dazu gehörten unter anderem der Amundi US Treasury Bond Long Dated UCITS ETF sowie der Amundi Global Government Bond UCITS ETF. Auch für spezialisiertere Produkte wie den Amundi Euro Aggregate Bond ESG UCITS ETF wurden neue Bewertungskennziffern gemeldet. Diese Transparenz bei den liquiden Anlageprodukten steht im Kontrast zu den selteneren Bewertungsintervallen im Immobiliensegment.
Im deutschen Handel schloss das Papier von Amundi am Freitag bei 94,90 Euro. Trotz der jüngsten Hiobsbotschaften aus der Immobiliesparte konnte der Wert seit Jahresbeginn um 34 Prozent zulegen. Die Notierung liegt damit gegenwärtig rund 2,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 97,50 Euro, das am 7. August markiert wurde.
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