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Analog Devices Aktie: Rekordquartal übertrifft hohe Messlatte

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analog Devices übertrifft mit 4,02 Mrd. Dollar Umsatz die Erwartungen. KI-Rechenzentren und Industrie treiben das Wachstum, während die Aktienbewertung hoch bleibt.

Analog Devices: Rekordumsatz im dritten Quartal dank KI-Rechenzentren
Abstrakte Nahaufnahme von hochmodernen Mikrochip-Strukturen und Halbleiter-Wafern in professioneller Studiobeleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Latte lag hoch, Analog Devices hat sie gerissen – nach oben. Der Chiphersteller meldete für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen Rekordumsatz von 4,02 Milliarden Dollar und übertraf damit den Konsens von 3,93 Milliarden Dollar deutlich. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Rechenzentrums- und Industriegeschäft.

Der freie Cashflow lag auf Zwölfmonatsbasis bei 4,9 Milliarden Dollar, der operative Cashflow bei 5,5 Milliarden Dollar – jeweils rund 36 beziehungsweise 40 Prozent vom Umsatz. Im dritten Quartal floss zudem eine Milliarde Dollar in Dividenden und Aktienrückkäufe, insgesamt schüttete das Unternehmen 1,7 Milliarden Dollar an Aktionäre aus.

Zwei Wachstumsmotoren laufen synchron

Vor der Zahlenvorlage hatten Beobachter auf zwei Treiber verwiesen, die sich in den Ergebnissen bestätigt haben: Die Industriekundschaft füllt nach zwei Jahren des Lagerabbaus wieder ihre Bestände auf, während die Stromversorgung für KI-Rechenzentren zum eigenständigen Wachstumsfeld geworden ist.

Im Vorquartal hatte das Industriesegment bereits um rund 56 Prozent zugelegt – deutlich stärker als beim Konkurrenten Texas Instruments, der dort auf etwa 30 Prozent kam.

CEO Vincent Roche sprach von einem starken Quartal, das die Erwartungen bei Umsatz, Marge und Gewinn übertroffen habe. CFO Richard Puccio verwies auf den rekordverdächtigen Ausblick für das vierte Quartal als Beleg für anhaltend starke Nachfrage über Produktpalette und Regionen hinweg.

Die Bewertung bleibt der wunde Punkt

Vor der Berichtsvorlage handelte die Aktie bei 376 Dollar und damit mit dem 25-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns – ein Bewertungsniveau, das schon vor den Zahlen für Skepsis sorgte.

Das Allzeithoch von 446 Dollar stammt vom 22. Juni, nach dem vergangenen Rekordquartal im Mai hatte der Kurs trotz übertroffener Erwartungen nachgegeben. Der Markt preist offenbar ein starkes Geschäft ein, zweifelt aber an dessen Nachhaltigkeit über mehrere Quartale hinweg.

Ein Belastungsfaktor für diese Skepsis: Halbleiterzyklen enden häufig damit, dass Kunden aus Angst vor Lieferengpässen doppelt bestellen. Der im Juli abgeschlossene Zukauf von Empower Semiconductor, einem Spezialisten für Stromversorgung direkt am Prozessor, ist in den aktuellen Zahlen erst anteilig enthalten – vollständig schlägt er sich erst im laufenden vierten Quartal nieder.

Ob das robuste Auftragspolster organisches Wachstum oder vorgezogene Bestellungen widerspiegelt, dürfte sich erst in den kommenden Berichtsquartalen zeigen, wenn der Empower-Effekt vollständig durchgerechnet ist.

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