Andritz, Aktie

Andritz Aktie: 14 Millionen Euro für Hemer

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Andritz baut Standort Hemer für 14 Mio. Euro aus, UBS stuft Aktie auf „Buy“ hoch. Rekordauftragsbestand und Großprojekte in Asien stützen die positive Entwicklung.

Andritz investiert 14 Mio. Euro in Hemer und erhält UBS-Kaufempfehlung
Moderne Industrieanlage mit Fokus auf technologische Investitionen und industrielle Entwicklung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Andritz stärkt seine Präsenz in Deutschland und setzt seinen internationalen Expansionskurs fort. Mit einer Investition von rund 14 Millionen Euro am Standort Hemer reagiert das Unternehmen auf die operative Entwicklung der vergangenen Monate. Flankiert wird dieser Schritt durch eine positive Einschätzung der Analysten von UBS, die das Potenzial des Anlagenbauers nach den jüngsten Geschäftszahlen neu bewerten.

Bündelung der Kompetenzen in Hemer

Im Fokus der aktuellen Infrastrukturmaßnahmen steht der Neubau eines technischen Büros in Hemer. Wie Medienberichten gestern zu entnehmen war, fließen die veranschlagten 14 Millionen Euro in ein Projekt, das die Bereiche Verwaltung und Konstruktion künftig räumlich enger verzahnen soll. Das Bauvorhaben ist auf eine Kapazität von 180 Mitarbeitern ausgelegt. Der Einzug in das neue Gebäude ist für das Jahr 2028 vorgesehen.

Die Maßnahme unterstreicht das Bestreben des Konzerns, interne Prozesse durch eine verbesserte räumliche Organisation zu optimieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer stabilen Geschäftsentwicklung, die sich auch im Kapitalmarkt widerspiegelt.

Die Aktie beendete den gestrigen Handelstag mit einem Schlusskurs von 80,90 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn eine Wertsteigerung von 21 Prozent auf und bewegt sich weiterhin in Schlagdistanz zu seinem bisherigen Rekordniveau. Aktuell trennt den Kurs ein Abstand von 4,5 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang August bei 84,70 Euro markiert wurde.

UBS hebt den Daumen nach Quartalszahlen

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Wert am vergangenen Freitag durch eine neue Analyse der UBS. Die Experten stuften die Aktie von Andritz auf „Buy“ hoch und passten das Kursziel nach oben an.

Als Begründung führten die Analysten die Qualität der jüngsten Quartalsergebnisse an. In Marktkreisen wird zudem auf den erreichten Rekord-Auftragsbestand des Konzerns verwiesen, der dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Geschäftsjahre verleiht.

Diese Zuversicht speist sich aus einer Vielzahl gewonnener Großprojekte in unterschiedlichen Industriesegmenten. So konnte Andritz am Donnerstag den erfolgreichen Abschluss eines Projekts in Vietnam vermelden. Im Werk des Herstellers Xuong Giang Paper in der Provinz Bac Giang wurde eine neue Tissue-Produktionslinie inklusive eines Stoffaufbereitungssystems in Betrieb genommen.

Dynamik im internationalen Projektgeschäft

Besonders im asiatischen Raum verzeichnete der Konzern zuletzt eine hohe Auftragsdichte. In Indien beauftragte das Unternehmen Greenply Speciality Panels den Anlagenbauer mit der Lieferung eines zweiten Druckzerfaserungssystems für einen Standort in Gujarat. Ebenfalls aus Indien kam ein Auftrag von Happy Forgings: Der Hersteller von Nutzfahrzeugkomponenten bestellte eine Schmiedepresse mit einer Presskraft von 6.300 Tonnen.

Auch im Bereich der erneuerbaren Energien und der Papierindustrie meldete das Unternehmen Fortschritte. In Malaysia konnte der Automobilzulieferer Menang die Produktion mit einer neuen Airlay-Linie von Andritz wieder aufnehmen, nachdem die ursprüngliche Anlage im März durch einen Brand zerstört worden war.

Im Segment Wasserkraft sicherte sich der Konzern zudem die Lieferung elektromechanischer Ausrüstung für ein Kraftwerksprojekt, das zwei 15-MW-Kaplan-Turbinen umfasst. Bereits im Juli war Andritz von Électricité de France (EDF) mit der Ausstattung eines Pumpspeicherprojekts in Frankreich beauftragt worden, dessen Volumen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt.

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