Apple Aktie: JubilÀums-iPhone gestrichen
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 18:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet nach einem der stĂ€rksten Quartale seiner Geschichte gerĂ€t Apple ins Visier der BĂ€ren. Die Investmentbank Jefferies stuft die Aktie von Hold auf Underperform ab und kappt das Kursziel auf 263,66 US-Dollar. Gemessen am Freitagsschluss entspricht das rund 16 Prozent AbwĂ€rtspotenzial â ein deutliches Signal bei einem der teuersten Standardwerte der Wall Street.
Das gestrichene Glas-iPhone als Auslöser
Auslöser der Abstufung sind Lieferketten-Recherchen von Jefferies-Analyst Edison Lee. Apple habe das komplett aus Glas gefertigte JubilĂ€ums-iPhone, das zum 20-jĂ€hrigen Bestehen der Reihe erwartet wurde, wegen schwacher Produktionsausbeute gestrichen. Das GerĂ€t hĂ€tte im Schnitt rund 2.060 US-Dollar gekostet und sollte die Glas-Technik spĂ€ter auf die Pro-Modelle ĂŒbertragen, um dort Preise und Margen zu heben. Mit dem Wegfall senkt Jefferies die erwartete jĂ€hrliche Wachstumsrate des durchschnittlichen iPhone-Preises bis 2031 auf 6,8 von zuvor 9,0 Prozent.
Das Faltphone bleibt teuer und dĂŒnn besetzt
Ohne das Glasmodell bleibt fĂŒr Jefferies nur das faltbare iPhone als Hebel fĂŒr höhere Verkaufspreise. GĂŒnstig wird das nicht: Steigende Speicherkosten treiben den Einstiegspreis des iPhone 18 Fold auf 2.199 US-Dollar, in der Topausstattung mit 2 Terabyte werden es 3.099 US-Dollar. FĂŒr ein derart teures GerĂ€t rechnen die Analysten im GeschĂ€ftsjahr 2028 mit lediglich 14 Millionen verkauften Einheiten â ein Nischenprodukt statt eines Massenwachstumstreibers.
Die Skepsis stĂŒtzt sich weitgehend auf Lieferketten-Signale zu Produkten, die Apple selbst nicht bestĂ€tigt hat. Auch die jĂŒngsten Ănderungen bei den Inzahlungnahme-Preisen liefern laut Jefferies wenig Aussagekraft fĂŒr kommende Verkaufspreise, da sie monatlich mit HĂ€ndlern neu verhandelt werden.
Ein Rekordquartal reicht der Börse nicht mehr
Dabei lieferte Apple operativ zuletzt kaum Anlass zur Kritik. Im dritten GeschÀftsquartal 2026 stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 109,4 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn kletterte auf 29,8 Milliarden US-Dollar. Das iPhone-GeschÀft legte um knapp 22 Prozent zu, die Services-Sparte erzielte mit 30,7 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord.
Genau dieser hohe Bewertungsanspruch macht die Aktie jetzt anfĂ€llig fĂŒr Zweifel an der nĂ€chsten Wachstumsphase. Nach Marktdaten empfehlen inzwischen sechs AnalysehĂ€user den Verkauf â so viele wie zuletzt 2012 und damit fast elf Prozent aller Apple-Beobachter. Zum Vergleich: Bei vergleichbaren Mega-Caps wie Microsoft, Amazon oder Nvidia liegt die Kaufquote der Analysten jeweils ĂŒber 90 Prozent, bei Apple sind es noch 56 Prozent.
Klarheit ĂŒber die tatsĂ€chliche Preisstrategie dĂŒrfte erst Apples Produktvorstellung im Herbst bringen. Erst dann zeigt sich, ob das faltbare iPhone den Wegfall des Glasmodells tatsĂ€chlich kompensieren kann â oder ob Jefferies mit seiner skeptischen Roadmap recht behĂ€lt.
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