Archer-Daniels-Midland Aktie: Gründet Aminosäuren-Joint-Venture mit CJ
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem neuen Gemeinschaftsunternehmen reagiert der US-Agrarkonzern Archer-Daniels-Midland auf den Handelskonflikt um Futtermittel-Zusatzstoffe. Gemeinsam mit dem südkoreanischen Partner CJ CheilJedang bündelt das Unternehmen wichtige Produktionsstandorte für Aminosäuren auf dem amerikanischen Kontinent. Anleger honorieren den strategischen Schritt: Im heutigen Handel klettert der Aktienkurs um 3,6 Prozent auf 74,02 Euro.
Mehrheitsbeteiligung für Partner CJ Bio America
Die beiden Konzerne schlossen am vergangenen Freitag einen Kapitalbeitragsvertrag zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens. An der neuen Gesellschaft wird die Tochtergesellschaft CJ Bio America einen Mehrheitsanteil von 63 Prozent halten, während auf Archer-Daniels-Midland 37 Prozent entfallen. Die unternehmerische Führung verbleibt bei den Partnern aus Südkorea.
In das Bündnis bringt Archer-Daniels-Midland sein Werk im US-amerikanischen Decatur im Bundesstaat Illinois sowie das zugehörige Rohstoffnetzwerk ein. Der Partner steuert Produktionsstätten in Fort Dodge im US-Bundesstaat Iowa sowie im brasilianischen Piracicaba bei, ergänzt um Vertriebsnetze in den USA, Mexiko und Brasilien. Das Vorhaben steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Protektionismus und anziehende Preise für Lysin
Hintergrund der Kooperation sind veränderte weltweite Handelsströme sowie protektionistische Schritte in den westlichen Märkten. Behörden in den USA und Europa verschärften zuletzt Maßnahmen gegen chinesische Importe der Tierfutter-Aminosäure Lysin. Das US-Handelsministerium sowie die Internationale Handelskommission der USA fällten entsprechende Entscheidungen wegen unlauterer Handelspraktiken.
Zugleich zogen die Notierungen für den Zusatzstoff spürbar an. Laut dem Branchendienst Feedinfo lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Lysin in den Vereinigten Staaten im März bei 2.468 US-Dollar je Tonne. Das entspricht einem Preisanstieg von 38 Prozent gegenüber dem Stand vom Dezember.
Angehobene Jahresziele stützen Aufwärtstrend
Die Neuausrichtung in der Futtermittelsparte trifft auf ein operativ verbessertes Umfeld im laufenden Geschäftsjahr. Für das Gesamtjahr 2026 stellte das Management zuletzt einen bereinigten Gewinn je Aktie in einer Spanne von 5,15 bis 5,60 US-Dollar in Aussicht, nachdem zuvor 4,15 bis 4,70 US-Dollar avisiert worden waren. Auch an den Finanzmärkten schlägt sich die Entwicklung nieder: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 49 Prozent.
An der Wall Street stößt die Entwicklung auf ein geteiltes Echo mit überwiegend abwartender Haltung. Unter den Analystenhäusern stufte Morgan Stanley die Aktie im August von Underweight auf Equal Weight herauf und hob das Kursziel auf 79 US-Dollar an.
Die Schweizer Großbank UBS bekräftigte hingegen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 95 US-Dollar. Mit den exklusiven Vertriebsrechten für das Gemeinschaftsunternehmen in Nord- und Südamerika will sich der Konzern künftig gegen Importrisiken absichern.
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