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Argen-X Aktie: Sjögren-Rückschlag kostet Milliarden

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Zwischenanalyse spricht gegen den Studienerfolg; zugleich erreichte FB102 bei Zöliakie das Phase-2-Ziel.

Bauhaus-Grafikposter: IgG-Antikörper als geometrisches Y-Symbol in Primärfarben Rot Blau Gelb Schwarz auf weißem Grund, konstruktivistischer Stil der 1920er Jahre
Argenx NL0010832176 IgG-Antikörper als Y-förmiges Bauhaus-Poster in roten blauen und gelben Primärfarben Illustration mit AI erstellt.

Argenx muss einen herben Rückschlag in der Pipeline verkraften. Das Biotech-Unternehmen bricht seine Phase-3-Studie UNITY zu Efgartigimod bei Sjögren-Syndrom ab, die Aktie verlor im Tagesverlauf zeitweise mehr als 15 Prozent und fiel auf rund 707 Euro. Der Kursrutsch fällt in einen ohnehin schwachen Markt.

Warum UNITY scheitert

Ein unabhängiges Datenüberwachungskomitee empfahl den Stopp, nachdem eine Zwischenanalyse ergeben hatte, dass die Studie ihr primäres Ziel voraussichtlich verfehlt. Gemessen werden sollte die Veränderung der systemischen Krankheitsaktivität nach 48 Wochen, erfasst über den klinischen EULAR-Sjögren-Index.

Getestet wurde die unter die Haut gespritzte Variante von Efgartigimod gegen Placebo, wöchentlich verabreicht, in einem doppelblinden Design. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf, das Profil entspricht dem bekannten. Die Wirksamkeit reichte schlicht nicht.

Medizinvorstand Luc Truyen zeigte sich enttäuscht, vor allem mit Blick auf Patienten, die weiter auf Therapien warten, die den Krankheitsverlauf grundlegend verändern. Nach Abschluss der Studie und Sperrung der Datenbank will das Unternehmen die Daten vollständig auswerten, um Lehren für künftige Forschung zu ziehen.

Pipeline-Lücke trotz Lichtblick

Der Schritt trifft einen Wachstumspfeiler. Sjögren galt als eine der am genauesten beobachteten Erweiterungschancen für Efgartigimod in der Rheumatologie. Zugelassen ist das Mittel bislang bei generalisierter Myasthenia gravis und, in injizierbarer Form, bei chronisch-entzündlicher demyelinisierender Polyneuropathie. In Japan kommt die Immunthrombozytopenie hinzu.

Einen Lichtblick lieferte die Meldung vom selben Tag: Der zugekaufte Wirkstoff FB102 erreichte in einer Phase-2-Studie bei Zöliakie den primären Endpunkt und soll in Phase 3 weiterentwickelt werden. Den Verlust der Sjögren-Perspektive gleicht das an der Börse nicht aus.

Schwacher Markt verstärkt den Druck

Das Umfeld half nicht. Der EuroStoxx 50 gab zur Mittagszeit um gut ein Prozent nach und setzte seinen Abwärtstrend seit August fort. Auch der heimische BEL 20 geriet unter Druck. Biotechwerte reagieren auf binäre Studienergebnisse traditionell besonders empfindlich, das verschärfte den Ausschlag.

Mit dem Kurs von rund 707 Euro rutscht die Aktie in die untere Hälfte ihrer Jahresspanne zwischen 568 und 925 Euro. Die vollständige Datenanalyse zu UNITY nach der Datenbanksperre dürfte zeigen, ob sich aus dem Scheitern Rückschlüsse für andere Efgartigimod-Programme ziehen lassen. Parallel dazu rückt FB102 mit dem Sprung in Phase 3 als nächste Hoffnungsträgerin in den Vordergrund.

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