Aselsan, Aktie

Aselsan Aktie: 24 ARSUS-Systeme nach Polen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aselsan gewinnt neue internationale Aufträge, steigert den Auftragsbestand und meldet kräftiges Wachstum bei Exporten und Nettogewinn.

Aselsan erweitert Rüstungsgeschäft mit Polen und Indonesien
Moderne Radartechnologie und Verteidigungssysteme vor einem dramatischen Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Der türkische Rüstungselektronik-Konzern Aselsan baut seine internationalen Lieferbeziehungen aus. Auf der Branchenmesse MSPO in Kielce vereinbarte das Unternehmen mit dem polnischen Fahrzeughersteller AMZ Kutno die Lieferung von 24 weiteren Einheiten des Aufklärungssystems ARSUS 100. Parallel dazu meldete der Konzern neue Abschlüsse im asiatisch-pazifischen Raum: Auf der Rüstungsmesse SAHA in Istanbul wurden zwei Verträge mit Indonesien über Ausrüstung für Seefahrzeuge und Streitkräfte gezeichnet.

Ausbau der Zusammenarbeit in Mitteleuropa

Der Vertrag mit AMZ Kutno betrifft die Ausstattung polnischer Spähpanzer des Typs LOTR Kleszcz, die auf einem vierrädrigen Bóbr-3-Fahrgestell basieren. Die Auslieferungen der 24 ARSUS-Systeme sind für die Jahre 2028 und 2029 vorgesehen. Die Vereinbarung knüpft an eine vorangegangene Order aus dem Jahr 2024 an, die ein Volumen von 16,6 Millionen Euro umfasst hatte.

Polen plant für 2026 Verteidigungsausgaben von rund 200 Milliarden Z?oty, was einem Anteil von 4,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht. Für das Projekt arbeitet das türkische Unternehmen mit über 20 polnischen Zulieferbetrieben zusammen.

Bereits im Dezember 2025 hatte sich der Konzern in Polen einen Großauftrag über automatisierte Systeme zur elektronischen Kampfführung im Volumen von 410 Millionen US-Dollar gesichert. Bei der nun erfolgten Messepräsenz zeigte das Unternehmen zudem weitere Komponenten seines Portfolios, darunter das Flugabwehrsystem Steel Dome, das Geschütz Korkut 100/25 SB sowie den Lenkflugkörper Tolun P.

Neue Verträge in Asien und Sensorerprobung

Parallel zur europäischen Expansion unterzeichnete der Konzern zwei Abkommen mit Indonesien. Diese umfassen Nutzlasten für unbemannte Überwasserfahrzeuge der indonesischen Marine sowie missionskritische Kommunikationssysteme für die nationalen Streitkräfte. An der Unterzeichnung beteiligten sich unter anderem Aselsan-CEO Ahmet Akyol, Vize-Chef Özgür Taylan Sar? und Ivandry Febriando Sitepo, Direktor bei PT Republic.

Auf technologischer Ebene schloss das Unternehmen zudem die Flugerprobung des elektro-optischen Sensorsystems KARAT ab. Das auf Infrarot basierende Such- und Verfolgungssystem wurde in die Drohne Bayraktar KIZILELMA integriert und soll künftig auch auf dem türkischen Kampfflugzeug KAAN eingesetzt werden. Das System erlaubt die passive Ortung von Luftzielen ohne eigene Radaremissionen.

Auftragsbestand stützt Geschäftsentwicklung

Die Neugeschäfte reihen sich in ein starkes operatives Wachstum ein. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Auftragsbestand des Unternehmens um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf den Höchststand von 23,2 Milliarden US-Dollar. Treiber dieser Entwicklung war insbesondere das Auslandsgeschäft: Die Exporterlöse legten um 153 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, während der Nettogewinn um 61 Prozent auf 8,5 Milliarden Türkische Lira stieg.

An der Börse spiegelte sich die operative Entwicklung im laufenden Kalenderjahr zunächst in einer deutlichen Aufwärtsbewegung wider. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 54 Prozent. Nach einer jüngsten Konsolidierungsphase fiel der Kurs heute um 5,4 Prozent auf 356,50 Lira zurück. Damit notiert das an der Borsa Istanbul unter dem Kürzel ASELS geführte Papier aktuell 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 450,00 Lira.

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