Astrazeneca Aktie: Enhertu erobert Frühstadium
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie EU-Kommission hat Enhertu für eine frühere Behandlungsphase zugelassen. Astrazeneca und Daiichi Sankyo dürfen das Krebsmedikament nun in Europa bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium einsetzen. Es ist die erste EU-Zulassung für Enhertu in dieser Situation mit kurativem Ansatz. An der Börse blieb die Reaktion verhalten: In London notierte die Aktie zeitweise kaum verändert bei 128,58 Pfund.
Wer profitiert
Die Zulassung gilt für erwachsene Patientinnen, bei denen nach einer Vorbehandlung und der Operation noch invasive Resterkrankung nachweisbar ist. Enhertu wird als Monotherapie nach der Operation eingesetzt. Die EU-Kommission folgte damit der Empfehlung des wissenschaftlichen Ausschusses der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Grundlage ist die Phase-III-Studie DESTINY-Breast05. Sie verglich Enhertu mit dem bisherigen Standard T-DM1 und zeigte ein um 53 Prozent geringeres Risiko für einen Rückfall oder Tod. Nach drei Jahren lebten 92,4 Prozent der Patientinnen ohne invasive Erkrankung, unter T-DM1 waren es 83,7 Prozent. Neue Sicherheitsbedenken traten laut den Unternehmen nicht auf.
Meilensteinzahlung an den Partner
Die Entscheidung hat auch eine finanzielle Seite. Astrazeneca schuldet Daiichi Sankyo nach der Zulassung eine Meilensteinzahlung von 75 Millionen Dollar. Das ist für einen Konzern dieser Größe überschaubar. Die Umsätze mit Enhertu in den meisten EU-Ländern verbucht zudem der japanische Partner.
Kommerziell zählt vor allem die Breite der Anwendung. Je früher ein Präparat im Krankheitsverlauf eingesetzt wird, desto größer ist in der Regel die behandelbare Patientengruppe. Für Astrazeneca passt das in die Strategie, bei HER2-positivem Brustkrebs den Behandlungsstandard über den gesamten Krankheitsverlauf zu prägen. Enhertu gilt als das fortgeschrittenste Programm der konzerneigenen Plattform für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.
Außerhalb der EU schon weiter
Für die Indikation nach vorheriger Behandlung ist Enhertu bereits in mehr als 35 Ländern zugelassen. Europa folgt also mit einigem Abstand. Parallel läuft die Zulassung für den Einsatz vor der Operation, die bislang in mehr als fünf Ländern erteilt wurde.
Die Marktreaktion zeigt, dass Anleger den Schritt erwartet hatten. Nach der positiven Empfehlung des Ausschusses galt die Kommissionsentscheidung als Formsache. Der Kursimpuls dürfte daher eher von den nächsten Studiendaten der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate kommen als von dieser Zulassung.
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