Atai, Beckley

Atai Beckley Aktie: Party A bot 125 Millionen für BPL-003

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eli Lilly übernimmt Atai Beckley für bis zu 3,8 Mrd. Dollar. Zuvor scheiterten andere Interessenten mit niedrigeren Angeboten.

Bieterstreit um Atai Beckley: Eli Lilly siegt bei Psychedelika-Übernahme
Moderne Laborumgebung mit wissenschaftlichen Glasgeräten als Symbol für Investitionen in die Biotechnologie Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Geheimhaltung und konkurrierende Angebote vor dem Lilly-Deal

Gestern eingereichte Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC gewähren einen tiefen Einblick in den Bieterstreit um das Biotechnologie-Unternehmen Atai Beckley. Bevor der Pharmariese Eli Lilly Mitte Juli den Zuschlag für eine Übernahme im Wert von bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar erhielt, gab es bereits frühzeitig Versuche anderer Akteure, sich Zugriff auf das Portfolio zu sichern. Laut Berichten von Endpoints News trat bereits im Dezember 2025 eine als „Party A“ bezeichnete Gruppe an das Unternehmen heran. Diese bot eine Vorauszahlung in Höhe von 125 Millionen US-Dollar für eine gemeinsame Entwicklung des Wirkstoffs BPL-003 an.

Atai Beckley lehnte diesen Vorstoß jedoch ab, da das Management die Bewertung als unzureichend ansah. Die Gespräche mit Eli Lilly intensivierten sich daraufhin im Frühjahr. Am 1. Juni gab Eli Lilly ein erstes Gebot über 6,75 US-Dollar je Aktie ab, das später um ein sogenanntes Contingent Value Right (CVR) ergänzt wurde. Neben Lilly hatten auch andere Branchengrößen wie AbbVie und Johnson & Johnson Interesse an den psychedelischen Therapieansätzen des Unternehmens gezeigt, sahen jedoch letztlich von eigenen verbindlichen Angeboten ab.

Konditionen und Marktposition des Spezialisten für Psychedelika

Die endgültige Vereinbarung sieht vor, dass die Aktionäre 6,75 US-Dollar in bar pro Aktie erhalten. Zusätzlich wurde ein CVR im Wert von bis zu 2,50 US-Dollar vereinbart, der bei Erreichen bestimmter Meilensteine fällig wird. Dieser Barpreis entsprach zum Zeitpunkt der Bekanntgabe einem Aufschlag von rund 40 Prozent gegenüber dem volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs. Die Aktie notiert heute bei 6,15 Euro und zeigt sich damit stabil, während sie auf Sicht von 30 Tagen ein sattes Plus von 43,02 Prozent aufweist.

Atai Beckley konzentriert sich unter der Leitung von Dr. Srinivas G. Rao auf die Entwicklung von Behandlungen gegen Depressionen und andere psychische Störungen auf Basis von Substanzen wie DMT oder Psilocybin. Die Übernahme gilt als das bisher größte Engagement eines großen Pharmakonzerns in diesem speziellen Sektor der Neurowissenschaften. Trotz des hohen Interesses bleibt die wirtschaftliche Basis des 2018 gegründeten Unternehmens volatil. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde zwar ein Umsatz von rund 4,1 Millionen US-Dollar ausgewiesen, was einem deutlichen Wachstum im Vergleich zum Vorjahr entspricht, gleichzeitig stand jedoch ein Nettoverlust von 660 Millionen US-Dollar in den Büchern.

Rechtliche Prüfungen und Zeitplan bis zum Abschluss

Die Transaktion, die im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll, steht derzeit unter genauer Beobachtung. Mehrere spezialisierte Anwaltskanzleien wie Kahn Swick & Foti sowie Halper Sadeh untersuchen, ob der vereinbarte Kaufpreis die langfristigen Aussichten des Unternehmens angemessen widerspiegelt oder ob das Management seine Treuepflichten gegenüber den Aktionären verletzt hat. Solche Prüfungen sind bei Übernahmen dieser Größenordnung üblich, könnten jedoch den Genehmigungsprozess beeinflussen.

Das Board von Atai Beckley hat den Anteilseignern bereits einstimmig empfohlen, für die Fusion zu stimmen. Sollte der Deal scheitern, wurde eine Kündigungsgebühr von 104,3 Millionen US-Dollar vereinbart. Der aktuelle Kurs von 6,15 Euro liegt derzeit noch unter dem 52-Wochen-Hoch von 7,85 Euro, spiegelt aber die Erwartung des Marktes an einen erfolgreichen Abschluss wider. Neben der Zustimmung der Aktionäre müssen auch die üblichen kartellrechtlichen Freigaben eingeholt werden, bevor das Unternehmen vollständig in den Eli-Lilly-Konzern integriert werden kann.

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