Aurubis Aktie: Nettogewinn steigt auf 954 Millionen
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 21:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Stahlkonzern Salzgitter AG hat am heutigen Mittwoch im Rahmen seiner Halbjahresberichterstattung die stabilisierende Wirkung seiner Beteiligung an Aurubis hervorgehoben. Während die eigenen Umsätze der Salzgitter AG unter Druck standen, trug der Ergebnisbeitrag des Multimetall-Anbieters maßgeblich zur Stützung des Konzerngewinns bei.
Diese Entwicklung unterstreicht die operative Robustheit von Aurubis, die das Unternehmen bereits in der vergangenen Woche mit einem deutlichen Ergebnissprung untermauert hatte.
Operativer Gewinnsprung führt zu Prognoseerhöhung
Aurubis konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 ein deutliches Plus verbuchen. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte um 31 % auf 374 Mio. €, verglichen mit 286 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das operative EBITDA stieg zeitgleich auf 570 Mio. €.
Besonders deutlich fiel die Steigerung beim IFRS-Nettogewinn aus, der für den Neunmonatszeitraum bis zum 30. Juni 2026 mit 954 Mio. € ausgewiesen wurde – eine Steigerung gegenüber den 497 Mio. € des Vorjahres.
Aufgrund der starken operativen Performance hat die Unternehmensführung die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr konkretisiert. Das operative EBT wird nun am oberen Ende der zuvor kommunizierten Spanne von 425 Mio. € bis 525 Mio. € erwartet.
Medienberichten zufolge übertraf das Unternehmen beim Gewinn je Aktie den Marktkonsens zuletzt um 61 %, was zu einer leichten Anpassung der Umsatzerwartungen für das Jahr 2027 auf nun 26,0 Mrd. € führte.
Zur langfristigen Optimierung der internen Materialströme trug zudem die Inbetriebnahme einer neuen Anlage zur Rückgewinnung strategischer Metalle am Standort Hamburg bei, die Anfang Juli offiziell den Betrieb aufnahm.
Verzögerungen beim US-Projekt Richmond trüben die Stimmung
Trotz der positiven Zahlen sorgte eine Meldung vom vergangenen Donnerstag für Verstimmung am Markt. Aurubis gab bekannt, dass sich der Hochlauf der neuen Recyclinganlage im US-amerikanischen Richmond verzögert. Die Inbetriebnahme der ersten Phase verschiebt sich demnach um sechs Monate in das Geschäftsjahr 2026/27. Für die zweite Phase des Projekts wird nun eine Inbetriebnahme im Geschäftsjahr 2027/28 angestrebt.
Diese Verzögerung belastete den Aktienkurs in der vergangenen Woche spürbar, da das Projekt als zentraler Baustein der internationalen Wachstumsstrategie gilt. Heute notiert der Kurs bei 175,70 €, womit das Papier im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von 43 % verzeichnet. Dennoch spiegelt die aktuelle Bewertung den jüngsten Rücksetzer wider: Das Papier notiert derzeit rund 4,3 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Analysten bewerten operative Stärke gegen Projektrisiken
In den vergangenen Tagen haben mehrere Analysehäuser auf die Kombination aus starken Quartalszahlen und den Nachrichten aus den USA reagiert. Analyst Stefan Augustin von Warburg Research stufte die Verzögerung in Richmond am vergangenen Donnerstag als Enttäuschung ein, behielt jedoch seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 212 € bei. Er sieht die langfristigen Perspektiven des Unternehmens trotz der zeitlichen Verschiebung weiterhin positiv.
Eher zurückhaltend äußerten sich die Analysten von UBS und der Deutschen Bank am vergangenen Freitag. Daniel Major von der UBS beließ die Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 160 € und bezeichnete die Richmond-Verzögerung als den zentralen negativen Aspekt des Berichts.
Die Deutsche Bank bestätigte ebenfalls die Einstufung „Hold“ und senkte das Kursziel leicht auf 177 €. Auch die DZ Bank wies darauf hin, dass die operative Widerstandsfähigkeit trotz niedriger Schmelzlöhne zwar hoch sei, die bereits ambitionierten Markterwartungen jedoch die weitere Ergebnisfantasie begrenzen könnten.
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