Autodoc SE: Gründer kaufen sich zurück
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Jahre nach dem Einstieg des Finanzinvestors Apollo gehört Autodoc wieder vollständig seinen Gründern. Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel halten über ihre Beteiligungsgesellschaft AutoTech nun erneut indirekt 100 Prozent an der Berliner Autodoc SE. Der Rückkauf markiert das Ende einer Partnerschaft, die von Anfang an auf Zeit angelegt war.
Ein teurer, aber gezielter Rückkauf
Apollo war im April 2024 mit einer Minderheitsbeteiligung eingestiegen, damals bei einer Unternehmensbewertung von 2,3 Milliarden Euro. Finanziert wurde der jetzige Rückkauf über einen Term Loan B in Höhe von 530 Millionen Euro — eine Platzierung, die bereits im Juli angekündigt worden war und Autodoc erstmals Zugang zu institutionellen Kreditmärkten verschaffte.
Mit dem Abschluss der Transaktion verlassen die beiden Apollo-Vertreter den Aufsichtsrat, der künftig aus den drei Gründern und drei unabhängigen Mitgliedern besteht.
Für Autodoc war die Partnerschaft offenbar mehr als reine Kapitalbeschaffung. Nach eigenen Angaben des Unternehmens habe Apollo bei der Professionalisierung von Unternehmensführung, Finanzberichterstattung und operativen Prozessen geholfen — Bausteine, die für einen künftigen Börsengang relevant sind.
Börsengang bleibt Option, kein Termin
Ein IPO steht laut Unternehmensangaben weiterhin auf der Agenda, abhängig von den Marktbedingungen. Ein konkretes Datum nennt Autodoc nicht. Operativ zeigt sich das Unternehmen zuletzt gewachsen: Der Umsatz stieg 2025 auf 1,8 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Der Online-Händler für Kfz-Ersatzteile ist in 27 europäischen Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 5.500 Mitarbeitende.
Mit dem vollständigen Rückkauf der Anteile positioniert sich Autodoc nach eigener Darstellung als schlankeres, fokussierteres Unternehmen. Ob und wann daraus tatsächlich der Sprung an die Börse wird, hängt nun an den Kapitalmärkten selbst — und daran, ob sich das Fenster für europäische Tech- und E-Commerce-IPOs in den kommenden Quartalen öffnet.
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