AXT, Aktie

AXT Aktie: 164 Prozent Umsatzwachstum

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 17:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AXT hebt dank KI-Nachfrage die Q3-Prognose deutlich an und sichert sich langfristige Lieferverträge. Analysten sehen einen Wendepunkt.

AXT-Aktie: KI-Boom treibt Indiumphosphid-Geschäft und Prognose
Abstrakte Darstellung moderner Halbleiterfertigung und Hochtechnologie mit Fokus auf Siliziumwafer. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Halbleiterspezialist AXT verzeichnet eine massive Beschleunigung seines Geschäftsmodells durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI). Im Zentrum dieser Entwicklung steht die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Indiumphosphid-Substraten (InP), die für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren benötigt werden. An der Börse setzt sich die dynamische Entwicklung fort: Die Aktie notiert am heutigen Freitag bei 71,60 Euro, was einem Plus von 9,98 % gegenüber dem Vortag entspricht.

Massive Prognoseanhebung und langfristiger Liefervertrag

Den jüngsten Impuls lieferte eine signifikante Anhebung der Geschäftsprognosen. Für das dritte Quartal 2026 stellt das Unternehmen nun einen Umsatz von rund 66 Millionen Dollar in Aussicht. Damit übertrifft die neue Planung die bisherigen Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt von 38,7 Millionen Dollar ausgegangen waren, deutlich. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie (Non-GAAP EPS) rechnet AXT für das laufende Quartal mit Werten zwischen 0,30 und 0,32 Dollar – ein Vielfaches der ursprünglichen Marktschätzung von 0,10 Dollar.

Diese Zuversicht stützt sich auf eine starke operative Leistung im abgelaufenen zweiten Quartal. In diesem Zeitraum steigerte AXT den Umsatz im Jahresvergleich um 164 % auf 47,6 Millionen Dollar. Besonders hervorzuheben ist die Ausweitung der bereinigten Bruttomarge auf 45,0 %, nachdem diese im Vorjahresquartal noch bei 8,2 % gelegen hatte. Das Management begründete diesen Sprung mit einer verbesserten Fabrikauslastung und einem vorteilhaften Produktmix.

Flankiert wird das Wachstum durch strategische Großaufträge. Ende Juli unterzeichnete AXT eine langfristige Liefervereinbarung mit Lumentum Operations LLC. Der Vertrag läuft bis Ende 2031 und sichert Lumentum Produktionskapazitäten für InP-Substrate. Zur Absicherung dieser Kapazitäten leistet der Partner zwei Anzahlungen in Höhe von insgesamt 87 Millionen Dollar. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, plant AXT, die Kapazitäten für die InP-Fertigung bis zum Jahresende 2026 mehr als zu verdoppeln.

Analysten sehen Wendepunkt erreicht

Fachleute bewerten die aktuelle Entwicklung als entscheidenden Moment für das Unternehmen. Die Analysten von Needham stuften das Papier am vergangenen Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzten ein Kursziel von 90 Dollar fest. Sie sehen in der KI-getriebenen Nachfrage einen fundamentalen Wendepunkt für die Indiumphosphid-Technologie.

Bereits am vergangenen Donnerstag bekräftigte Northland Securities die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 125 Dollar. Das Analysehaus reagierte damit auf die Quartalszahlen und den Ausblick des Unternehmens. Die Marktbewegung seit Jahresbeginn unterstreicht das Vertrauen der Anleger: Der Titel verzeichnet seit Jahresanfang einen Zuwachs von 457,20 %.

Geopolitische Abhängigkeiten und strategische Neuausrichtung

Trotz der starken operativen Zahlen weisen Marktanalysen auf strukturelle Risiken hin. Laut Morningstar besteht ein signifikantes geopolitisches Risiko, da sich die gesamte Wafer-Produktion sowie zehn der wichtigsten Lieferanten von AXT in China befinden. Für Lieferungen ist das Unternehmen daher auf Exportgenehmigungen der Behörden in Peking angewiesen.

Parallel dazu ordnet AXT seine Finanzierungsstrategie in der Region neu. Die Tochtergesellschaft Beijing Tongmei Xtal Technology hat ihren Antrag auf einen Börsengang am Shanghai STAR Market zurückgezogen. Stattdessen wird nun eine Listung an der Börse in Hongkong angestrebt. Dieser Prozess wird Medienberichten zufolge voraussichtlich etwa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Auch in der Führungsebene gab es zuletzt Veränderungen. Mit Jia-Bin Duh wurde ein erfahrener Manager in das Board of Directors berufen, der zuvor Führungspositionen bei Cisco Systems und Intel innehatte. Zudem deutet eine aktuelle Pflichtmitteilung auf ein gestiegenes Interesse institutioneller Anleger hin: Ein passives Investment von über 5 % an der Gesellschaft wurde kürzlich offiziell gemeldet.

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