Babcock & Wilcox: Großauftrag und Gewinnsprung beflügeln Kurs
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Babcock & Wilcox (B&W) hat gestern an der Börse einen Kurssprung von 10 Prozent vollzogen. Das US-Unternehmen kehrte im zweiten Quartal 2026 in die Gewinnzone zurück, übertraf die Erwartungen deutlich und sicherte sich eine strategische Partnerschaft mit Siemens Energy für den wachsenden Markt der Rechenzentren.
Rekordzahlen und angehobene Prognose
B&W meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 319,7 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von knapp 122 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Nettoeinkommen belief sich auf 14,26 Millionen US-Dollar, womit das Unternehmen den Verlust aus dem Vorjahr wettmachte. Mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 0,04 US-Dollar schlug der Konzern die Konsensschätzungen der Analysten von 0,02 US-Dollar deutlich.
Angesichts der starken operativen Entwicklung, die sich in einem Auftragsbestand von 2,6 Milliarden US-Dollar widerspiegelt, hob das Management die EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne zwischen 80 und 105 Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Teil des Umsatzwachstums im abgelaufenen Quartal stammte dabei aus dem Base-Electron-Projekt, das 100,7 Millionen US-Dollar beisteuerte.
Strategische Allianz mit Siemens Energy
Ein entscheidender Treiber für die positive Marktstimmung ist eine neue Zusammenarbeit mit Siemens Energy. Im Rahmen des „FastPower“-Programms wird Siemens Energy 20 Dampfturbinengeneratoren mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt liefern.
Diese Anlagen sind speziell für die schnelle Energieversorgung großer Rechenzentren vorgesehen. Medienberichten zufolge plant B&W, durch diesen Fokus seinen Umsatz bis zum Jahr 2029 auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar zu steigern. Dies würde eine jährliche Wachstumsrate von etwa 38 Prozent erfordern.
Parallel dazu verzeichnete das Unternehmen ungewöhnlich hohe Aktivitäten am Terminmarkt. Gestern stieg das Volumen bei Verkaufsoptionen (Puts) auf 9.536 Kontrakte an, was 85 Prozent über dem Durchschnitt lag. Gleichzeitig meldete der Finanzdienstleister Ameriprise Financial eine neue Beteiligungshöhe von 5,1 Prozent an Babcock & Wilcox, was das wachsende institutionelle Interesse unterstreicht.
Vertrauen durch Insiderkäufe und Analysten-Upgrades
Zusätzliche Stabilität lieferten Meldungen über Käufe aus der Führungsebene. CEO Kenneth Young erwarb am Mittwoch 7.000 Aktien zu einem Preis von 9,65 US-Dollar. Bereits am Donnerstag folgte Direktor Philip Moeller, der 5.000 Anteile zu 9,50 US-Dollar kaufte und damit seinen direkten Bestand auf über 240.000 Aktien erhöhte.
Die Analysten reagierten positiv auf die jüngsten Entwicklungen. Während Northland Securities ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 23,00 US-Dollar bekräftigte, stufte das Analysehaus Wall Street Zen die Aktie heute von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch.
Trotz des jüngsten Aufschwungs notiert das Papier mit 8,95 Euro weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 19,65 Euro. Seit Jahresbeginn konnte der Wert an der Börse jedoch bereits ein Plus von 87 Prozent verbuchen.
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