Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: Crédit Agricole verweigert Banco-BPM-Tausch
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Weichenstellungen im Übernahmekampf um die Banca Monte dei Paschi di Siena spitzen sich vor der für den 29. Oktober angesetzten Aktionärsversammlung weiter zu.
Gestern wurde bekannt, dass sich Großaktionär Delfin im Rahmen einer Vereinbarung mit Intesa Sanpaolo verpflichtet hat, über einen Zeitraum von sechs Monaten nach dem letzten Auszahlungstermin des Übernahmeangebots keine weiteren MPS-Papiere zu erwerben.
Die Holding der Familie Del Vecchio, die mit 17,6 Prozent der Anteile die größte Aktionärin des Instituts ist, hatte bereits zugesagt, ihre Beteiligung in das Angebot von Intesa Sanpaolo einzubringen und gegen die geplanten Abwehrmaßnahmen des Managements zu stimmen.
Die Gegenwehr von Monte dei Paschi gegen das feindliche Gebot gerät damit von mehreren Seiten unter Druck. Vor rund einem Monat hielt Monte dei Paschi an seinen Übernahmeplänen fest, seither gab die Aktie um 5,3 Prozent nach. Am Freitag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 10,98 Euro aus dem Handel.
Großaktionäre stellen sich gegen Zukäufe
Am Donnerstag meldete die Nachrichtenagentur Reuters erhebliche Widerstände gegen die von MPS forcierten Akquisitionen der Banco BPM und der Banca Generali sowie gegen die Fusion mit Mediobanca. Die Holdinggesellschaft FGC von Francesco Gaetano Caltagirone, die 10,26 Prozent an Monte dei Paschi hält, kündigte an, bei der Abstimmung am 29. Oktober gegen diese Transaktionen zu votieren.
Parallel dazu erteilte ein strategischer Kerninvestor der Zielgesellschaft den Plänen aus Siena eine Absage. Olivier Gavalda, CEO von Crédit Agricole, erklärte am Donnerstag, dass die französische Bank ihr Paket von 29,3 Prozent an der Banco BPM nicht in das freiwillige öffentliche Tauschangebot von Monte dei Paschi einbringen wird. Mediobanca, eine Tochtergesellschaft der MPS-Gruppe, hatte am Montag im Zusammenhang mit dem Angebot bereits 65.000 Banco-BPM-Aktien veräußert.
Intesa Sanpaolo verschärft die Bedingungen
Der konkurrierende Bieter Intesa Sanpaolo hatte seine Offerte am 3. Oktober nachgebessert. Der Konzern verknüpfte diesen Schritt jedoch mit einer klaren Warnung: Sollten die MPS-Aktionäre auf der Versammlung am 29. Oktober den vorgeschlagenen Verteidigungsmaßnahmen zustimmen, würde das Übernahmeangebot hinfällig.
Trotz der Blockadedrohungen trieb Monte dei Paschi seine Neuordnung auf regulatorischer Ebene voran. Am Donnerstag vermeldete die Bank die Genehmigung der Versicherungsaufsicht IVASS für die Konzerngesellschaft Mediobanca Premier zum direkten Erwerb einer qualifizierten Beteiligung von mehr als 10 Prozent an Assicurazioni Generali.
Zuvor hatte die Ratingagentur Morningstar DBRS am 1. Oktober die langfristigen Emittenten- und Senior-Schulden-Ratings der toskanischen Bank von „BBB“ auf „BBB (high)“ angehoben, gestützt auf die operative Entwicklung und die Diversifizierung durch Mediobanca. Dennoch hängt das Schicksal der eigenständigen Strategie nun maßgeblich vom Votum der Eigentümer am 29. Oktober ab.
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