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Barrick Mining Aktie: Fördermenge in North Mara bricht ein

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwächere Goldpreise und hohe Energiekosten treffen Barrick, während North Mara im zweiten Halbjahr deutlich mehr fördern soll.

Barrick Mining unter Druck: Kosten und Förderziele belasten die Aktie
Industrielle Goldmine in einer weitläufigen Landschaft bei Dämmerung mit dramatischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Sinkende Edelmetallpreise und anhaltend hohe Energiekosten setzen die Goldbranche unter Zugzwang. Für Barrick Mining verschärft sich damit das Marktumfeld, während der Konzern im operativen Geschäft vor ambitionierten Zielvorgaben für die zweite Jahreshälfte steht. An der Heimatbörse gab das Papier am Mittwoch um 3,6 Prozent nach und schloss bei 55,84 CAD.

Rohstoffmärkte belasten die Kostenbasis

Der jüngste Rücksetzer beim Goldpreis trifft den Sektor empfindlich. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und ein festerer US-Dollar dämpften die Nachfrage nach zinslosen Anlagen spürbar ab.

Für Minenbetreiber wie Barrick stellt diese Entwicklung eine doppelte Belastung dar: Während die Erlöse pro Unze nachgeben, treibt der teure Treibstoff die Strom- und Dieselkosten an abgelegenen Förderstätten direkt in die Höhe. Mit dem jüngsten Kursrückgang liegt der Titel inzwischen 25 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 74,00 CAD.

Die Kombination aus schwächeren Verkaufspreisen und steigenden Betriebsausgaben rückt die anstehende Berichterstattung über Produktion, Kosten und Cashflow in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses.

Aufholjagd in Ostafrika

Operativ steht das Unternehmen vor allem in Tansania unter Lieferdruck. Zwar sicherte sich der Konzern dort zuletzt eine Verlängerung der Sonderbergbaulizenzen für die North-Mara-Mine um 15 Jahre, doch die bisherige Jahresbilanz fällt durchwachsen aus. Im ersten Halbjahr 2026 brach die zurechenbare Fördermenge am Standort im Vorjahresvergleich um 47 Prozent auf 68.000 Unzen ein.

Parallel dazu kletterten die nachhaltigen Gesamtkosten (AISC) im selben Zeitraum um 79 Prozent. Um die Jahresprognose von 200.000 bis 230.000 Unzen für North Mara noch zu erreichen, muss die Mine im zweiten Halbjahr zwischen 132.000 und 162.000 Unzen liefern. Gleichzeitig sollen die AISC von zwischenzeitlich 2.283 US-Dollar je Unze auf das Jahresziel von 1.520 bis 1.680 US-Dollar sinken.

Ob diese operative Wende gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell technische Maßnahmen gegen bestehende Verarbeitungsengpässe greifen.

Juristisches Nachspiel in London

Zusätzlich zu den operativen Herausforderungen sorgt die Historie der tansanischen Aktivitäten für Aufmerksamkeit. Vor dem High Court in London begann am Mittwoch ein auf sechs Wochen angesetzter Zivilprozess gegen die London Bullion Market Association (LBMA).

Angehörige zweier Tansanier werfen der Vereinigung vor, Gold aus der North-Mara-Mine trotz dokumentierter Vorwürfe schwerer Menschenrechtsverletzungen aus dem Jahr 2019 zertifiziert zu haben.

Die LBMA bestreitet jede Haftung und verweist darauf, weder den Minenbetrieb noch lokale Sicherheitskräfte zu kontrollieren. Für Barrick bedeutet das Verfahren zwar kein direktes Urteilsrisiko, es rückt die Lieferketten des Standorts jedoch erneut in den Fokus internationaler Marktbeobachter.

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