BASF Aktie: 53,6 Prozent EBITDA-Anstieg im H1
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 14:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF hat den operativen Rückkauf eigener Aktien aufgenommen. Seit Mittwoch erwirbt der Ludwigshafener Konzern eigene Papiere im Volumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro, die Laufzeit ist bis April 2027 angesetzt. Die Maßnahme ist Teil einer im September 2024 angekündigten Ausschüttungsstrategie, die bis Ende 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro über Rückkäufe an die Aktionäre zurückgeben soll. Die Hauptversammlung hatte den Vorstand Ende April zum Erwerb von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals bis zum 29. April 2031 ermächtigt.
Der Rückkauf folgt auf ein operatives Quartal, das die Erwartungen deutlich übertroffen hat. Bereits Mitte Juli meldete BASF per Ad-hoc-Mitteilung vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die den Analystenkonsens klar überstiegen – getrieben durch Margenausweitungen und den Produktionshochlauf am neuen Verbundstandort in Zhanjiang. Ende Juli folgte der Halbjahresfinanzbericht: Der Umsatz stieg auf 17,2 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 53,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Der Konzern hatte seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 bereits Ende Juli angehoben, gestützt auf die starken operativen Zahlen und den abgeschlossenen Verkauf des Coatings-Geschäfts.
Entschuldung und Stellenabbau begleiten die Erholung
Parallel zum Rückkauf treibt BASF die Bilanzbereinigung voran. Für das dritte Quartal 2026 plant der Konzern laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa vorfällige Rückzahlungen von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro. Damit reduziert BASF seine Finanzverbindlichkeiten gezielt, während zugleich Kapital an die Aktionäre zurückfließt – ein Kurs, der auf die verbesserte operative Ertragskraft baut.
Auf der Kostenseite zeigt sich der Konzern kompromisslos. Seit Januar 2024 wurden weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. Am Stammwerk Ludwigshafen sank die Zahl der Vollzeitstellen im Mai erstmals seit 1954 unter die Marke von 30.000. Der Abbau ist Teil des Kostensenkungsprogramms CoreShift, das nach Einschätzung von Analysten spürbare Fortschritte macht und zur unerwartet starken Preisentwicklung bei Basischemikalien in Europa und Asien beiträgt, die BASF derzeit begünstigt.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Analysten von mwb research bekräftigten am 29. Juli nach Auswertung der finalen Halbjahreszahlen ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 55,00 Euro. Die Einschätzung stützt sich auf die deutlich verbesserte operative Marge und den Rückenwind aus der angehobenen Jahresprognose. Auch Morningstar bestätigte Ende Juli seine Fair-Value-Schätzung von 61,00 Euro und verwies dabei ebenfalls auf die Preisstärke im Basischemikaliengeschäft sowie die Fortschritte bei CoreShift.
An der Börse kommt die Kombination aus Ergebnisverbesserung, Kapitalrückführung und Schuldenabbau bislang gut an. Die Aktie notiert aktuell bei 50,87 Euro und legte am heutigen Donnerstag um 0,45 Prozent zu. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht Mitte April, fehlen dem Papier noch rund 7,6 Prozent – Spielraum, den die jüngsten Kursziele der Analysten weiterhin für gegeben halten.
Blick nach vorn
Der nächste wichtige Termin für Anleger ist die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die BASF für den 28. Oktober angesetzt hat. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich die Kombination aus Kostendisziplin, Portfoliobereinigung nach dem Coatings-Verkauf und der laufenden Kapitalrückführung in einer nachhaltig verbesserten operativen Marge niederschlägt. Der laufende Rückkauf und die angekündigte Anleihen-Rückzahlung im dritten Quartal setzen dabei bereits jetzt konkrete Signale für die Kapitalallokation der kommenden Monate.
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