BASF, Aktie

BASF Aktie: Analysten sehen 64 Euro fairen Wert

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 20:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DZ Bank hÀlt an ihrer BASF-Bewertung fest; mögliche Evonik-Integration und Agrarsparten-Börsengang bleiben offene Umbauvorhaben.

Luftaufnahme eines Chemiewerks bei Nacht mit leuchtendem Rohrnetz, Destillationskolonnen und Fackeln
Cinematische Drohnenaufnahme eines weitlĂ€ufigen Petrochemie-Komplexes bei Nacht aus ca. 300 Metern Höhe. Hunderte beleuchteter Rohrleitungen, Destillationskolonnen und ReaktortĂŒrme bilden ein leuchtendes Gitternetz. Bernsteinfarbene, weiß-blaue Industrielichter spiegeln sich auf dem Boden und in Dampfwolken. Anamorphe Linsenoptik, kinematisches Teal-Shadow-Grading Illustration mit AI erstellt.

Die DZ Bank bleibt bei ihrer EinschĂ€tzung zu BASF: "Kaufen" lautet das Votum, der faire Wert liegt unverĂ€ndert bei 64 Euro. Analyst Peter Spengler stĂŒtzt seine Bewertung auf eine Sum-of-the-Parts-Analyse — und rechnet dabei die mögliche Evonik-Übernahme bewusst noch nicht ein.

Genau diese beiden Baustellen prĂ€gen derzeit die Aktienstory des Ludwigshafener Konzerns: die SondierungsgesprĂ€che zur Integration von Evonik und der geplante Börsengang der Agrarsparte Agricultural Solutions. Beide Themen könnten das GeschĂ€ftsmodell in den kommenden Jahren spĂŒrbar verschieben.

Evonik als Wachstumshebel

Am 25. September bestĂ€tigte der BASF-Vorstand erste GesprĂ€che mit der RAG-Stiftung, die rund 43,8 Prozent an Evonik hĂ€lt. Der Markt reagierte prompt: Evonik-Aktien legten zeitweise um 11 Prozent zu, BASF-Anteile gaben ĂŒber 3 Prozent ab. Ein Zusammenschluss wĂŒrde zwei UmsatzgrĂ¶ĂŸen vereinen — BASF kam 2025 auf rund 60 Milliarden Euro, Evonik auf etwa 14 Milliarden Euro.

Strategisch ergibt die Logik Sinn. Spezialchemie ist margenstĂ€rker und weniger zyklisch als das ressourcenintensive BasisgeschĂ€ft, in dem BASF traditionell stark ist. Eine Integration wĂŒrde das Produktportfolio diversifizieren und Skaleneffekte in Logistik und Forschung ermöglichen — genau jene WiderstandsfĂ€higkeit, die das Management angesichts hoher Energiekosten und geopolitischer Unsicherheiten sucht.

Vom Tempo her gibt sich der Vorstand jedoch zurĂŒckhaltend. In der offiziellen Stellungnahme vom 25. September betonte BASF, man gehe "diszipliniert" vor und werde den Markt informieren, "wenn und soweit dies erforderlich ist". Kartellrechtliche PrĂŒfungen und die finanzielle TragfĂ€higkeit stehen vor einem schnellen Abschluss — die GesprĂ€che befinden sich nach eigenen Angaben noch in einem frĂŒhen Stadium.

Fokus auf Spezialprodukte

Der Umbau weg vom BasisgeschĂ€ft hin zu emissionsarmen Technologien und margenstabilen Spezialprodukten ist kein neues Thema, gewinnt aber durch die Evonik-Sondierung neue Dringlichkeit. Investitionen in Materialien fĂŒr die ElektromobilitĂ€t und klimaneutrale Produktionstechnologien sollen BASF fĂŒr kĂŒnftige regulatorische Anforderungen rĂŒsten und zyklische Schwankungen abfedern.

Der geplante Börsengang von Agricultural Solutions passt in dasselbe Muster: Kapital freisetzen, Portfolio schÀrfen, AbhÀngigkeit vom BasisgeschÀft reduzieren.

FĂŒr die Aktie bleibt die Gemengelage komplex. Die DZ Bank bewertet BASF ohne Evonik-Fantasie mit 64 Euro fairem Wert — sollte die Übernahme konkrete Formen annehmen, dĂŒrfte diese Zahl zur Diskussion stehen. Bis dahin bleibt entscheidend, ob und wie schnell sich RAG-Stiftung und BASF auf einen Preis einigen, den beide Seiten tragen können.

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