BASF Aktie: Evonik-Coup lässt Kurs fallen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Zeitungsbericht sorgt am Freitag für Bewegung in der deutschen Chemiebranche — allerdings nicht bei BASF selbst. Die Financial Times berichtet, der Ludwigshafener Konzern sei an Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung wegen einer möglichen Übernahme herangetreten. Während die Evonik-Aktie kräftig zulegt, gibt das BASF-Papier deutlich nach.
Der Markt reagiert damit typisch für ein Übernahmeszenario: Das Ziel steigt, der potenzielle Käufer verliert. BASF-Aktien sackten am frühen Nachmittag um mehr als drei Prozent ab, während Evonik-Titel zweistellig zulegten und erstmals seit Mai 2025 wieder die 20-Euro-Marke überschritten.
Was hinter dem Vorstoß steckt
Laut Bericht will der weltgrößte Chemiekonzern mit dem Kauf seinen regionalen Fußabdruck und seine Produktpalette ausbauen — auch um im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern besser aufgestellt zu sein. BASF soll bereits seit Anfang des Jahres Gespräche mit Banken über eine mögliche Transaktion führen und arbeite weiter an einem möglichen Deal. Eine Garantie für eine Einigung gebe es allerdings nicht.
Evonik wird am Markt derzeit mit rund 8,4 Milliarden Euro bewertet, der Unternehmenswert inklusive Nettofinanzschulden liegt bei etwa 12 Milliarden Euro. BASF selbst bringt einen Börsenwert von 47 Milliarden Euro auf die Waage. Die RAG-Stiftung hält 43 Prozent an Evonik und dürfte bei einem möglichen Zusammenschluss eine entscheidende Stimme haben — Beobachter gehen davon aus, dass sie auf eine erhebliche Übernahmeprämie drängen würde.
Ein BASF-Sprecher wollte die Marktgerüchte auf Anfrage nicht kommentieren, auch Evonik und die RAG-Stiftung äußerten sich nicht. Bereits in dieser Woche hatte das Fachmagazin Dealreporter über eine Annäherung zwischen beiden Konzernen berichtet.
Der Vorstoß fällt in eine schwierige Phase für die Branche: Steigende Energiepreise infolge der Spannungen im Nahen Osten belasten viele Chemiekonzerne, auch wenn einzelne Anbieter von Produktknappheiten profitieren. Ob BASF seine Gespräche mit der RAG-Stiftung in den kommenden Wochen konkretisiert, bleibt nach der Kursreaktion vom Freitag eine der zentralen Fragen für beide Aktien.
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