BASF, Aktie

BASF Aktie: JPMorgan senkt Ziel auf 40 Euro

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan bestätigt Untergewichtung für BASF mit Kursziel 40 Euro. Analyst sieht Risiken durch chinesische Exporte und mittelfristigen Gegenwind.

JPMorgan bleibt bei BASF vorsichtig: Kursziel 40 Euro trotz DAX-Rekord
Moderne Industrieanlage bei Dämmerung, symbolisiert die chemische Industrie und Marktbewegungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während der DAX am Dienstag ein neues Allzeithoch erreicht, bleibt JPMorgan bei BASF skeptisch. Analyst Chetan Udeshi bekräftigte seine Einstufung "Underweight" mit einem Kursziel von 40 Euro. Das liegt spürbar unter dem aktuellen Kursniveau der Aktie, die im Nachmittagshandel bei 51,42 Euro notiert und damit 0,82 Prozent über dem Vortagesschluss liegt.

Chinesische Exporte als Belastungsfaktor

Udeshi begründet seine vorsichtige Haltung mit dem wachsenden Konkurrenzdruck durch chinesische Exporte. In einigen Produktkategorien verzeichne China bereits Rekordniveaus, so der Analyst. Sein zentrales Argument: Aktuell positive Preise und Vorzieheffekte im Markt könnten mittelfristigen Gegenwind lediglich überdecken, nicht aber beseitigen. Für Anleger bedeutet das eine Warnung vor zu großem Optimismus, selbst wenn kurzfristige Preistrends BASF derzeit noch stützen.

Diese Einschätzung fügt sich in ein größeres Bild der deutschen Industrie. Der Internationale Währungsfonds rechnet für Chinas Privatsektor 2026 mit einer Verschuldung von 323 Prozent der Wirtschaftsleistung. Peking investiert weiterhin mehr als 40 Prozent der Wirtschaftsleistung, während das Wachstum nur bei 4 bis 5 Prozent liegt. Ökonomen diskutieren bereits eine "Japanifizierung" der chinesischen Volkswirtschaft. Für exportorientierte deutsche Konzerne wie BASF ist das eine doppelte Belastung: Schwächere chinesische Nachfrage trifft auf aggressivere chinesische Exporteure, die auf anderen Märkten um Anteile kämpfen.

Kurs trotz Skepsis nahe Jahreshoch

An der Börse zeigt sich davon bislang wenig. Die BASF-Aktie hat seit Jahresbeginn um 15,73 Prozent zugelegt und notiert nur noch 6,59 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das Mitte April markiert wurde. Der deutliche Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und dem JPMorgan-Kursziel von 40 Euro verdeutlicht, wie konträr die Bank die weitere Entwicklung einschätzt – während der breite Markt BASF derzeit mit steigenden Kursen belohnt, sieht das Analystenhaus erhebliches Rückschlagpotenzial.

Der Rekordlauf des DAX, der am Dienstag über 26.000 Punkte hinauslief, wird derzeit vor allem von der laufenden Berichtssaison getragen. Bayer etwa legte nach überzeugenden Quartalszahlen deutlich zu. Chemiewerte insgesamt profitieren von der insgesamt guten Stimmung, auch wenn die China-Thematik speziell für BASF ein Gegenargument liefert.

Evonik liefert Vergleichsmaßstab aus der Branche

Einen Einblick in die Lage der deutschen Chemieindustrie liefern auch die Quartalszahlen des Wettbewerbers Evonik. Der Essener Konzern steigerte sein bereinigtes EBITDA im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 630 Millionen Euro, der Umsatz wuchs organisch um 14 Prozent, getragen von je 7 Prozent mehr Menge und Preis. Gleichzeitig sank der Nettogewinn um 31 Prozent auf 84 Millionen Euro. Evonik bestätigte seine Jahresprognose einer EBITDA-Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro und baute im laufenden Jahr bereits 700 Stellen ab.

Für BASF-Anleger liefert das ein gemischtes Signal: Operative Verbesserungen sind in der Branche möglich, doch der Druck auf die Nettomarge bleibt spürbar. Angesichts der JPMorgan-Warnung vor chinesischer Konkurrenz dürfte die Frage, wie nachhaltig die aktuellen Preiseffekte bei BASF tatsächlich sind, in den kommenden Quartalen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

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