BASF Aktie: Kartellrecht bremst Evonik-PlÀne
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deFĂŒr BASF entscheidet sich der mögliche Evonik-Kauf nicht allein am Angebotspreis. Kartellrechtliche HĂŒrden und ungelöste Branchenprobleme begrenzen die Aussagekraft einer höheren Offerte.
FĂŒr Anleger rĂŒckt damit die Frage in den Mittelpunkt, welchen wirtschaftlichen Spielraum eine Ăbernahme tatsĂ€chlich eröffnen könnte.
GröĂe allein löst die Probleme nicht
Schweizer zufolge könnten sich die Portfolios von BASF und Evonik ergĂ€nzen. Gleichzeitig halten beide Unternehmen bei einzelnen Spezialchemikalien nach seiner EinschĂ€tzung hĂ€ufig ĂŒber 50 Prozent des Weltmarkts. Eine kartellrechtliche PrĂŒfung wĂ€re deshalb eine wesentliche HĂŒrde.
FĂŒr BASF ergibt sich daraus ein Spannungsfeld: Die mögliche ErgĂ€nzung der GeschĂ€fte spricht fĂŒr die industrielle Logik eines Zusammenschlusses. Hohe Marktanteile machen dessen Umsetzung allerdings anspruchsvoller. Aus der Aussicht auf einen gröĂeren Konzern folgt daher noch kein gesicherter wirtschaftlicher Vorteil.
Auch die Branchenentwicklung mahnt zur Vorsicht. Die chemisch-pharmazeutische Produktion lag im ersten Halbjahr 2026 rund 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Schweizers Einwand richtet sich entsprechend gegen die Vorstellung, zusĂ€tzliche GröĂe könne die grundlegenden Schwierigkeiten der Industrie beseitigen.
Höherer Preis, offener Ausgang
Damit lĂ€ge der Gesamtwert bei ĂŒber 11 Milliarden Euro. Beide Unternehmen Ă€uĂerten sich dem Bericht zufolge nicht dazu.
Die berichtete Erhöhung dokumentiert BASFs Interesse, ersetzt aber keine Einigung. BASF-Chef Markus Kamieth hat zugleich klargestellt, dass es keinen Zusammenschluss âum jeden Preisâ geben solle. FĂŒr AktionĂ€re ist diese EinschrĂ€nkung wichtig: Industrielle ErgĂ€nzung und finanzielle Disziplin mĂŒssen zusammenpassen.
Auch die BeschÀftigungszusagen gehören zu diesem AbwÀgungsprozess.
Ashland erschwert die strategische Bewertung
Parallel prĂŒft Evonik nach einem Reuters-Bericht vom Donnerstag eine Ăbernahme des US-Spezialchemieanbieters Ashland. Die PrĂŒfung begann bereits vor BASFs AnnĂ€herung. Evonik zĂ€hlt demnach zu mehreren Interessenten; eine Vereinbarung besteht nicht.
Laut einer von Reuters zitierten informierten Person hĂ€lt BASF einen möglichen Evonik-Ashland-Kauf fĂŒr zu riskant. Damit steht neben dem Preis fĂŒr Evonik auch dessen kĂŒnftige Ausrichtung zur Debatte. Die Bewertung des Ăbernahmevorhabens kann deshalb nicht losgelöst von Evoniks eigenen ExpansionsplĂ€nen erfolgen.
FĂŒr BASF-Anleger liegt der entscheidende PrĂŒfstein somit jenseits der nĂ€chsten Preisrunde: Der mögliche Zusammenschluss mĂŒsste kartellrechtlich umsetzbar sein und trotz der BranchenschwĂ€che wirtschaftlich ĂŒberzeugen. Die höhere Offerte beantwortet diese Fragen ebenso wenig wie die Aussicht auf ein gröĂeres gemeinsames Portfolio.
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