BASF Aktie: Weiterer Harbour-Ausstieg
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 11:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BASF zieht sich weiter aus seiner Öl- und Gasbeteiligung zurück. Der Konzern platzierte rund 133 Millionen Aktien von Harbour Energy im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens, Morgan Stanley Europe führte das Konsortium. Harbour Energy selbst kauft davon 53 Millionen Aktien zu 2,66 britischen Pfund zurück, die restlichen 80 Millionen gehen an institutionelle Investoren.
Der Rückkauf durch Harbour basiert auf einer bereits im Juni 2026 geschlossenen Vereinbarung und einem Aktionärsbeschluss von der Hauptversammlung am 7. Mai 2026. Das Volumen kann bis zu 200 Millionen Dollar erreichen. Übersteigt der Betrag 150 Millionen Dollar, wird die Differenz auf Harbours laufendes Rückkaufprogramm über 250 Millionen Dollar angerechnet — die eingezogenen Aktien verschwinden dauerhaft aus dem Markt.
Beteiligung schmilzt weiter
Nach Abschluss der Transaktion sinkt BASFs Anteil an Harbour Energy von etwa 24,3 Prozent auf 16,4 Prozent der stimmberechtigten Aktien. Die Harbour-Aktie reagierte robust und schloss zuletzt rund 1,2 Prozent höher.
Der Ursprung der Beteiligung liegt im Jahr 2024: Harbour Energy übernahm damals in einem milliardenschweren Deal die Upstream-Aktivitäten von Wintershall Dea, der Öl- und Gastochter von BASF.
Statt eines ursprünglich geplanten Börsengangs entschied sich BASF für den Verkauf an Harbour und erhielt im Gegenzug Aktien. Der Konzern betont, dass es sich um eine reine Finanzbeteiligung handelt, die bei günstiger Kursentwicklung schrittweise abgebaut werden soll.
Bereits im März 2026 hatte BASF einen ersten größeren Anteil zu 273 Pence je Aktie verkauft, nachdem sich der Harbour-Kurs seit Jahresbeginn bereits verdoppelt hatte. Der aktuelle Verkauf setzt diesen Ausstiegspfad fort — und bringt BASF frisches Kapital, während der Konzern gleichzeitig mit den Folgen der Straße-von-Hormus-Blockade und dem Druck durch chinesische Chemieproduzenten kämpft.
Steigende Öl- und Gaspreise durch die geopolitische Lage im Nahen Osten treffen Europas energieintensive Chemieindustrie besonders hart — Erlöse aus dem Harbour-Verkauf liefern in diesem Umfeld einen willkommenen Kapitalpuffer.
Mit dem aktuellen Schritt bleibt BASF noch mit gut 16 Prozent an Harbour Energy beteiligt. Weitere Verkäufe entlang des angekündigten Ausstiegspfads gelten als wahrscheinlich, sobald sich für den Konzern günstige Kursniveaus ergeben.
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