Bayer Aktie: FDA genehmigt Kerendia für Typ-1-Diabetes-Nieren
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Bayers Nierenmedikament Kerendia (Wirkstoff Finerenon) heute für eine neue Indikation zugelassen. Das Mittel darf künftig bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes eingesetzt werden. Es ist die erste neue Behandlungsoption für diese Patientengruppe seit rund 30 Jahren.
Die Zulassung stützt sich auf die Phase-III-Studie FINE-ONE mit 242 Patienten. Nach sechs Monaten senkte Finerenon den UACR-Wert, einen Marker für die Nierenfunktion, signifikant gegenüber Placebo – je nach Auswertung zwischen 25 und 34 Prozent. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Janet McGill von der Washington University betonte, dass Betroffene über drei Jahrzehnte kaum neue Therapieoptionen hatten. Als Nebenwirkung trat unter Finerenon häufiger eine Hyperkaliämie auf als unter Placebo, mit rund zehn zu gut drei Prozent der Patienten.
Bedeutung für Bayers Diabetes-Geschäft
Für Bayer ist die Erweiterung finanziell relevant. Rund 30 Prozent der Typ-1-Diabetiker in den USA entwickeln im Lauf der Erkrankung eine chronische Nierenschädigung – eine bislang unzureichend versorgte Gruppe, die nun Zugang zu Kerendia erhält.
Der Konzern hatte im ersten Halbjahr bereits einen Umsatzsprung von 75 Prozent auf mehr als 600 Millionen Euro mit dem Präparat verzeichnet und rechnet mittelfristig mit Spitzenumsätzen von über drei Milliarden Euro jährlich.
Kerendia ist damit neben der Zulassung bei chronischer Nierenerkrankung mit Typ-2-Diabetes seit 2021 und bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz seit 2025 nun die dritte US-Zulassung des Wirkstoffs.
Die USA sind zudem das erste Land, das Finerenon für diese spezielle Indikation freigibt – ein Signal, dass Bayer die Pipeline im Pharmageschäft nach Jahren, die von Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat geprägt waren, wieder stärker in den Vordergrund rücken kann.
Kursreaktion fällt moderat aus
Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursgewinnen, ohne dass sich daraus ein Ausbruch entwickelte. Im Tradegate-Vorbörsenhandel legte das Papier zeitweise um 1,56 Prozent auf 49,48 Euro zu. Aktuell notiert die Bayer-Aktie bei 49,14 Euro und damit 0,6 Prozent im Plus gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 48,85 Euro.
Der Titel bewegt sich derzeit rund 8,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde, und liegt gleichzeitig deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 42,39 Euro.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit rund ein Drittel an Wert gewonnen – ein Aufschlag, der die zuletzt aufgehellte Nachrichtenlage bei Bayer widerspiegelt, auch wenn die juristischen Altlasten aus dem Roundup-Komplex weiterhin im Hintergrund mitschwingen.
Für Anleger bleibt die Kerendia-Zulassung damit vor allem ein mittelfristiges Argument: Sie erweitert den adressierbaren Markt des Präparats spürbar und untermauert Bayers Ziel, das Pharmasegment als Wachstumstreiber neben dem Agrargeschäft zu etablieren.
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