Bayer, Aktie

Bayer Aktie: Wachstum made in Ohio

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der neue US-Campus soll ab 2031 Wirkstoffe und spÀter Medikamente fertigen; Bayer plant rund 600 dauerhafte Stellen.

Pop-Art-Comic-Illustration einer Wissenschaftlerin im Labor und eines Traktors auf einem Feld
Bayer AG (DE000BAY0017): Pop-Art-Comic-Szene mit Laborwissenschaftlerin, Reagenzglas und farbenfroh sprĂŒhendem Feld-Traktor im Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

Bayer baut seine Pharmasparte gezielt auf den US-Markt aus. Der Konzern will 2,2 Milliarden Dollar in einen neuen Produktionsstandort in New Albany im Bundesstaat Ohio investieren. Die Aktie notierte am Vormittag leicht im Minus bei rund 44,70 Euro.

Ein Campus fĂŒr Wirkstoffe und Arzneimittel

Am neuen Standort sollen Wirkstoffe und fertige Medikamente an einem Campus entstehen. ZunĂ€chst soll er die Bereiche Onkologie sowie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen unterstĂŒtzen. Bayer plant rund 600 hochqualifizierte DauerarbeitsplĂ€tze, wĂ€hrend der Bauphase kommen etwa 1.500 Jobs hinzu. Das Unternehmen setzt auf Automatisierung und digitale Technologien.

Der Zeitplan ist lang. Das erste Modul fĂŒr Wirkstoffe soll 2031 anlaufen, die Produktion fertiger Medikamente 2034 folgen. Kurzfristig dĂŒrfte die Investition die Ergebnisse also kaum bewegen.

Die USA als Wachstumsmotor

Der Schritt folgt einer klaren Logik. Die USA stehen inzwischen fĂŒr 35 Prozent des weltweiten Umsatzes der Pharmasparte, 2018 waren es erst 20 Prozent. Bis zum Ende des Jahrzehnts will Bayer den US-Umsatz verdoppeln. In den vergangenen fĂŒnf Jahren flossen bereits mehr als 7 Milliarden Dollar in Forschung, Entwicklung und Produktion vor Ort.

Wachstum sollen vor allem drei Produkte liefern: Kerendia gegen chronische Nierenerkrankungen, das Prostatakrebsmedikament Nubeqa und der Wirkstoffkandidat Asundexian zur SchlaganfallprÀvention.

Politisch passt das Vorhaben ins Bild. US-PrÀsident Donald Trump fordert niedrigere Medikamentenpreise in den Vereinigten Staaten und höhere in anderen IndustrielÀndern. Eine Fertigung vor Ort kann Bayer in diesem Umfeld Spielraum verschaffen.

Pharma-Chef Sebastian Guth nannte den Ausbau eine „sehr bewusste Entscheidung" neben der starken PrĂ€senz in Europa und Asien. Konzernchef Bill Anderson bezeichnete die USA als langjĂ€hrig wichtigen Produktionsstandort und Innovationszentrum.

Die Rechnung geht erst auf, wenn die Milliarden tatsĂ€chlich zu mehr Umsatz und Ergebnis fĂŒhren. Erste Produktionsmengen aus Ohio sind frĂŒhestens 2031 zu erwarten, die Medikamentenfertigung folgt 2034. Bis dahin muss das US-GeschĂ€ft mit Kerendia, Nubeqa und Asundexian den Beweis antreten.

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