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BayWa Aktie: Agravis überholt im Agrarhandel

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 06:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BayWa und Agravis erneuern ihren digitalen Vertrieb, während Agravis im Agrarhandel beim Umsatz laut Medienberichten vorbeigezogen ist.

BayWa und Agravis modernisieren Auktionsplattform trotz Handelsrivalität
Weite Agrarlandschaft mit goldenen Getreidefeldern bei Sonnenuntergang als Symbol für den Agrarhandel. Illustration mit AI erstellt.

Gemeinsam im Digitalvertrieb, Rivalen auf dem Acker: Die BayWa AG und die AGRAVIS Raiffeisen AG haben am 28. September ihre modernisierte Plattform ab-auction.com für gebrauchte Landtechnik vorgestellt. Die seit 2013 bestehende Kooperation der beiden Agrarhändler wird damit auf einen zeitgemäßen technischen Stand gebracht. Während die Partner digital zusammenarbeiten, verschieben sich im klassischen Handelsgeschäft jedoch spürbar die Gewichte.

Verschiebungen im klassischen Handel

Medienberichten der Agrarzeitung vom 24. September zufolge hat Agravis den Münchener Konzern im Kerngeschäft Agrarhandel gemessen am Umsatz überholt. Die gesamte Branche kämpft mit schwierigen Rahmenbedingungen: Gefallene Getreidepreise drücken auf die Erlöse, was sich branchenweit bei den 50 größten deutschen Agrarhändlern bemerkbar macht.

Für BayWa kommt dieser Gegenwind zur Unzeit, da das Unternehmen erhebliche Ressourcen für die Bewältigung seiner finanziellen Schieflage aufwenden muss.

Fortschritte bei Restrukturierung und Portfolio

Vor gut einer Woche erzielte das Unternehmen eine Einigung auf ein Term Sheet zur Sanierungsvereinbarung. Getragen wird der Entwurf von 267 der 268 Finanzierungspartner, die rund 99,98 Prozent der erfassten Verbindlichkeiten repräsentieren, sowie den beiden Großaktionären Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG.

Laut Reuters sieht der Plan für Gläubiger der Hybridanleihe einen deutlichen Verzicht vor: Sie sollen lediglich 2 Prozent ihres Kapitals zurückerhalten und auf Zinsen verzichten.

Die Unterlagen für die entsprechende Abstimmung ohne Versammlung stellte der Konzern bereits bereit. Flankierend dazu setzt die Tochter BayWa r.e. auf Verkäufe: Am Donnerstag veräußerte sie den bayerischen Solarpark Gresselgrund mit einer Kapazität von 22 Megawattpeak an iAccess Energy.

Auf geprüfte Zwischenergebnisse müssen sich Investoren allerdings noch gedulden, denn der Konzern-Halbjahresfinanzbericht für 2026 soll erst am 26. Februar 2027 erscheinen.

Kursreaktion und Marktlage

An den Finanzmärkten spiegelt sich die angespannte Gesamtlage in einer gedrückten Bewertung wider. Die BayWa-Aktie ging am Freitag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei einem Schlusskurs von 8,56 Euro aus dem Handel.

Zwar verschafft die operative Zusammenarbeit bei Vertriebsplattformen punktuell Stabilität, die Sanierung der Bilanz bleibt jedoch die entscheidende Hürde für eine nachhaltige Erholung.

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