Befesa, Aktie

Befesa Aktie: US-Steuergutschrift hebt Prognose

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die höhere Ebitda-Spanne berücksichtigt eine noch von der US-Steuerbehörde zu prüfende Gutschrift für die Zinkverarbeitung.
Befesa, Aktie, US-Steuergutschrift, Prognose, Ebitda-Spanne, US-Steuerbehörde, Gutschrift, Zinkverarbeitung Illustration mit AI erstellt.

Befesa schraubt seine Ergebnisziele für 2026 nach oben. Auslöser ist eine erwartete US-Steuergutschrift für die Zinkproduktion im Werk Mooresboro in North Carolina. Die Aktie reagierte mit deutlichen Aufschlägen.

Was hinter der Anhebung steckt

Der Verwaltungsrat erhöhte die Prognose für das bereinigte Ebitda auf 286 bis 296 Millionen Euro. Grundlage ist der Advanced Manufacturing Production Credit nach Section 45X des Inflation Reduction Act. Er deckt ausdrücklich kritische Mineralien wie Zink ab und entspricht zehn Prozent der förderfähigen Raffinations- und Verarbeitungskosten.

Für 2026 rechnet Befesa mit einem Beitrag von rund 29 Millionen Dollar, etwa 26 Millionen Euro. Verbucht werden soll er im vierten Quartal als Minderung der Betriebskosten. Der Betrag steht allerdings unter dem Vorbehalt der Prüfung durch die US-Steuerbehörde IRS. Das Unternehmen betont, dass die Erwartung keine endgültige Anerkennung bedeutet.

Ohne die Gutschrift präzisiert Befesa die ursprüngliche Spanne von 250 bis 270 Millionen Euro auf 260 bis 270 Millionen Euro. Das untere Ende rückt damit nach oben.

Auswirkungen auf Ergebnis und Bilanz

Mit der Gutschrift erwartet das Management einen Gewinn je Aktie von über 2,90 Euro, ohne sie von über 2,20 Euro. Die Nettoverschuldung zum Jahresende soll bei etwa dem 1,8-Fachen des Ebitda liegen, statt bei rund dem Zweifachen.

Bares fließt 2026 jedoch nicht. Für das Steuerjahr 2025 hat Befesa bereits einen Antrag über rund 34 Millionen Dollar gestellt. Dieser Betrag gilt als Einmalposten und belastet oder stützt das Ebitda 2026 nicht. Das Geld erwartet das Unternehmen im ersten Halbjahr 2027. Das operative Cashflow-Ziel mit einstelligem Wachstum und die Investitionen von rund 70 Millionen Euro bleiben unverändert.

Langfristiger Effekt bis 2033

Wichtiger als der Einmaleffekt dürfte die Dauerwirkung sein. Befesa geht davon aus, dass die Gutschrift von 2026 bis 2033 wiederkehrt, vorausgesetzt der regulatorische Rahmen bleibt bestehen. Das Unternehmen kalkuliert mit 25 bis 30 Millionen Euro pro Jahr.

Ab 2031 greift ein schrittweiser Abbau: Zunächst werden 75 Prozent der Gutschrift gewährt, 2032 noch 50 Prozent, 2033 noch 25 Prozent. Laufende Investitionen sind für die Berechtigung nicht erforderlich.

An der Börse kam das gut an. Im XETRA-Handel legte die Aktie zeitweise knapp sieben Prozent auf 35,50 Euro zu. Der Kurs hatte seit der Mitteilung merklich angezogen und lag zum Zeitpunkt der Meldung zunächst gut vier Prozent im Plus.

Schon morgen, am 29. Oktober 2026, legt Befesa die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal vor und lädt zur Telefonkonferenz. Dann dürfte das Management die Details zur Gutschrift und zur Prognose näher erläutern.

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