Bellway, Aktie

Bellway Aktie: Jefferies hÀlt an Kaufempfehlung fest

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bellway erhöht die Dividende, rechnet 2027 jedoch mit weniger Fertigstellungen und weiterem Margendruck.
Bellway p.l.c. (GB0000904986) veranschaulicht ein geometrisches Bauhaus-Poster mit HĂ€userformen und dem Baubranchen-Text Construction Illustration mit AI erstellt.

Jefferies hĂ€lt an seiner Kaufempfehlung fĂŒr Bellway fest, obwohl der britische Hausbauer vor sinkenden Fertigstellungen und weiterem Margendruck warnt. Die gestern bestĂ€tigte EinschĂ€tzung setzt einen positiven Akzent nach den Jahreszahlen. FĂŒr Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie stark AusschĂŒttungen und mögliche Förderimpulse die schwĂ€cheren GeschĂ€ftsaussichten abfedern können.

Das Kursziel von Jefferies liegt bei 2.380 GBX. Die Aktie gewann gestern 6,0% und schloss bei 24,60 € – eine positive Marktreaktion trotz der vorsichtigen Unternehmensprognose.

Weniger HĂ€user und niedrigere Margen erwartet

Die ZurĂŒckhaltung des Managements hat mehrere Ursachen. Höhere Hypothekenzinsen erschweren KĂ€ufern die Finanzierung. Gleichzeitig belasten steigende Baukosten und Verkaufsanreize die RentabilitĂ€t. Ein höherer Anteil margenĂ€rmerer GroßverkĂ€ufe dĂŒrfte den Druck zusĂ€tzlich verstĂ€rken.

FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 erwartet Bellway zwischen 9.000 und 9.400 Fertigstellungen. Damit stellt das Unternehmen einen RĂŒckgang gegenĂŒber dem abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr in Aussicht.

Auch UBS sieht Anpassungsbedarf bei den Markterwartungen. Das Analysehaus verweist auf niedrigere Volumina, schwache Margen und eine etwas niedrigere Prognose fĂŒr die Zahl der Verkaufsstellen. Die positive Empfehlung von Jefferies bedeutet somit keineswegs, dass die kurzfristigen Ertragsrisiken verschwunden wĂ€ren.

UBS rechnet mit einer Senkung des Analystenkonsenses um rund 14–15%. Bellways operative Marge war bereits auf 10,1% gesunken und dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung des Unternehmens weiter nachgeben.

Mehr Gewinn und höhere AusschĂŒttungen

Die Ausgangsbasis fĂŒr diese schwĂ€chere Phase hat sich im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr allerdings verbessert. Bellway steigerte Umsatz und Gewinn. Besonders deutlich legte der operative Cashflow zu. Der finanzielle Fortschritt steht damit im Kontrast zum vorsichtigen Ausblick auf das laufende GeschĂ€ft.

Im GeschÀftsjahr 2026 erreichte der Umsatz 3,16 Mrd. £. Der bereinigte Vorsteuergewinn lag bei 305,7 Mio. £.

Bellway will seine AktionĂ€re ĂŒber eine höhere Dividende und weitere RĂŒckkĂ€ufe am GeschĂ€ftserfolg beteiligen. Diese KapitalrĂŒckflĂŒsse stehen neben dem operativen Ausblick als eigener Bestandteil der Anlegerbewertung. Sie Ă€ndern allerdings nichts daran, dass das Unternehmen zunĂ€chst weniger HĂ€user fertigstellen dĂŒrfte.

Die Dividende steigt auf 75 Pence je Aktie. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 plant Bellway einen AktienrĂŒckkauf ĂŒber 150 Mio. ÂŁ.

ErstkÀuferförderung bietet Chancen mit Vorbehalt

ZusĂ€tzliche Nachfrage könnte das geplante englische Förderprogramm „Your First Home“ bringen. Laut Reuters sieht CEO Jason Honeyman darin eine Möglichkeit, Bellways Bauvolumen bei einer Markterholung zu erhöhen. Einen starken Gewinnschub erwartet er davon jedoch nicht.

Honeyman zufolge könnte das Programm die jĂ€hrlichen Fertigstellungen um rund 10% steigern. Weitere Einzelheiten werden im Haushalt am 28. Oktober erwartet. Noch handelt es sich damit um eine mögliche UnterstĂŒtzung und nicht um einen gesicherten Beitrag zum GeschĂ€ft.

Kurzfristig könnte die angekĂŒndigte Förderung sogar bremsen. Wie City AM am Dienstag berichtete, warnt Bellway davor, dass Interessenten ihre KĂ€ufe bis zum Programmstart aufschieben könnten. Der mögliche Nachfrageimpuls hat deshalb auch eine zeitliche Kehrseite.

Die Kaufempfehlung von Jefferies steht somit einer klaren operativen EinschrĂ€nkung gegenĂŒber: Bellway erhöht die KapitalrĂŒckflĂŒsse, erwartet aber zunĂ€chst weniger Fertigstellungen und schwĂ€chere Margen. Entscheidend fĂŒr eine Verbesserung der GeschĂ€ftsaussichten sind eine Erholung der Nachfrage und die konkrete Ausgestaltung der ErstkĂ€uferförderung.

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