BHP Aktie: Kupfer überholt Eisenerz erstmals
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kupfer ist bei BHP zum wichtigsten Ergebnistreiber aufgestiegen — erstmals in der Firmengeschichte. Im Geschäftsjahr 2026 steuerte das Metall mehr als die Hälfte des Konzern-Ebitda bei und verdrängte damit das traditionelle Kerngeschäft Eisenerz von der Spitze. Für einen Konzern, der jahrzehntelang als Eisenerz-Riese galt, ist das ein bemerkenswerter Kurswechsel.
Die Zahlen untermauern den Wandel. Das Unternehmen meldete ein Konzern-Ebitda von 32,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einer Marge von 59 Prozent. Der Kupferbereich allein kam auf eine Marge von 70 Prozent und lieferte 54 Prozent des Gesamtergebnisses. Die Nettoverschuldung sank auf 8,7 Milliarden Dollar — deutlich unter der eigenen Zielspanne.
An der Börse kam das gut an: Die Aktie schloss den regulären Handel 1,83 Prozent höher bei 88,37 Dollar, bevor sie nachbörslich leicht auf rund 87,88 Dollar nachgab. Der Titel bewegt sich damit nahe seinem Jahreshoch von 93,83 Dollar — ein Zeichen, dass ein Großteil der guten Nachrichten bereits eingepreist war.
Dividende und Kupfer-Pipeline im Blickpunkt
Die Aktionäre profitieren direkt vom starken Jahr. BHP zahlte für 2026 eine Dividende von 8,7 Milliarden Dollar aus, umgerechnet 172 US-Cent je Aktie — die höchste Ausschüttung seit vier Jahren bei einer Payout-Quote von 66 Prozent. Möglich wurde das auch durch freigesetztes Kapital aus Antamina-Streaming-Deals in Höhe von mehr als 4 Milliarden Dollar.
Parallel dazu treibt der Konzern seine Kupfer-Wachstumsprojekte voran. Zentrale Bausteine sind der neue Konzentrator bei Escondida in Chile, das Vicuña-Gemeinschaftsprojekt mit Lundin Mining in Argentinien sowie eine mögliche Erweiterung in South Australia.
Management-seitig heißt es, die gesamte Kupfer-Wachstumspipeline lasse sich vollständig aus den eigenen Cashflows des Kupfersegments finanzieren — ein Signal finanzieller Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt.
CEO Brandon Craig, seit rund sieben Wochen im Amt, nannte für Vicuña eine mögliche Investitionsentscheidung noch in diesem Kalenderjahr. Perspektivisch soll die zurechenbare Kupferproduktion von aktuell 1,4 Millionen Tonnen auf rund 2 Millionen Tonnen bis Mitte der 2030er-Jahre steigen.
Nicht alles lief reibungslos: Bei BMA's Peak Downs-Mine ereignete sich im Juli ein tödlicher Arbeitsunfall, den Craig als persönlichen Rückschlag bezeichnete. Zudem belasteten gestiegene Treibstoffpreise das Ergebnis mit rund 200 Millionen Dollar, und in Western Australia zeichnet sich erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder verstärkte Gewerkschaftsaktivität ab.
Für das laufende Geschäftsjahr peilt BHP eine Kupferproduktion zwischen 1.650 und 1.800 Kilotonnen an, während Eisenerz aus Western Australia bei 253 bis 264 Millionen Tonnen liegen soll.
Ob die Kupfer-Wachstumsziele von 3 bis 4 Prozent CuEq-Wachstum pro Jahr bis 2035 erreicht werden, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Projekte wie Vicuña und die Escondida-Erweiterung die Investitionsentscheidung passieren.
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